Lachen verboten
Ein Schauspieler gibt Einblick in seinen Beruf: «Es fühlt sich an wie ein Blind Date»

Aaron Hitz erklärt die Faszination der Theaterbühne, was ihn an Slapstick-Einlagen so begeistert und wie verbunden er sich mit Baden fühlt.

Nadine Bunde
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Sandra Ardizzone

Er steht auf der Bühne des Kurtheaters, während die Fotografin ihn in Szene setzt. Skeptisch schaut sich Aaron Hitz die leeren Sitzreihen an. «Wow» sagt er und lacht. «Mal schauen, ob wir das vollkriegen!» Auf die Bühne zu treten sei für ihn ähnlich wie ein Blind Date: «Ich bin immer etwas nervös. Ich verbringe einen ganzen Abend mit Menschen, die ich nicht kenne, bin ihnen schnell sehr nahe. Wir alle wollen, dass es schön wird, und dass man sich wieder sieht.»

Schauspielen, das sei das Einzige, das er wirklich gut könne, verrät Hitz später im Gespräch. Es habe für ihn in seiner Berufswahl nie wirklich eine Alternative gegeben. Während der Regen auf das Glasdach des Theaters prasselt und die Vögel von den Bäumen ringsherum zwitschern, erzählt er, was ihn an diesem Beruf so fesselt. «Dass man immer am Spielen ist, das ist eigentlich das Beste daran», sagt er. Es sei auch ein naiver Aspekt dabei – wie bei den Rollenspielen, mit denen man sich als Kind schon beschäftige. «Besonders schön ist die Interaktion mit dem Publikum. Dass ich die Energie von den Zuschauern aufnehmen und zurückgeben kann. Das ist ein tolles Gefühl.»

Nach Bern und zurück

Der 33-Jährige blickt zurück auf die Anfänge seiner Karriere: Aufgewachsen in Mellingen besuchte er die Kantonsschule Baden, wo er an der Abschlusszeremonie für seinen Einsatz für das Kanti-Theater ausgezeichnet wurde. Für die Aufnahmeprüfung an der Hochschule der Künste in Bern habe er sich danach eigentlich nur angemeldet, um zu sehen, wie das alles funktioniert. «Für mich war immer klar, dass ich mich in Bern bewerbe», erinnert er sich. Dass man ihn aber im ersten Anlauf aufnahm, damit habe er nicht gerechnet. Damals wollte er weg von zu Hause, um Erfahrungen zu sammeln, um zu sehen, wie es ist, alleine klar zu kommen. «Ausserdem mochte ich Zürich nicht besonders», gibt er mit einem Schmunzeln zu. Vor kurzem jedoch zog es ihn zurück nach Baden. «Für längere Zeit bin ich hier nur ab und zu mit dem Zug durchgefahren. Aber nur schon bei diesen flüchtigen Blicken aus dem Fenster habe ich gemerkt, dass die Stadt mir ein gutes Gefühl gibt. Ein Gefühl der Ruhe. Also dachte ich: Wieso nicht hierbleiben?» Für seine Arbeit sei es sowieso nicht wichtig, wo er wohne.

Buster Keaton: Zeitlose Komik

In seinem Handwerk behauptet sich Hitz mittlerweile seit neun Jahren: Nach einiger Zeit als festes Ensemble-Mitglied am Stadttheater Biel-Solothurn beschloss er, sich als freischaffender Schauspieler zu versuchen, wirkte in Filmen wie «Der Kreis» oder in Fernsehproduktionen wie «Tatort» mit, spielte auf verschiedensten Bühnen der Schweiz und arbeitete als Sprecher für Hörspiele. Sein neustes Projekt: «Lachen verboten!», ein Stück über Buster Keaton, einer der berühmtesten Stummfilm-Künstler Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. «Das faszinierende an Keaton ist, dass er heute, hundert Jahre nach seinen ersten Filmen, immer noch modern ist. Seine Komik ist zeitlos.» Initiiert worden sei das Projekt von Schauspielkollege Max Merker. Zusammen mit ihm habe er das Stück am Theater Solothurn von Beginn an mitentwickelt. «Buster Keaton hat die Kunst des Stürzens perfektioniert», führt Hitz aus. «Und er tat dies mit einer Würde, die unvergleichlich ist.»

Lachen verboten! Eine Hommage an Buster Keaton: Mittwoch, 3. Mai, 20 Uhr, im Kurtheater Baden. Vorverkaufsstelle: Info Baden.

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