Werder AG

Ein Skiliftgetriebe reist vom Bündnerland bis in den Aargau – nur hier kennt man die Lösung des Problems

Im beschaulichen Turgi soll das defekte Getriebe repariert werden. (Archivbild)

Im beschaulichen Turgi soll das defekte Getriebe repariert werden. (Archivbild)

Die Werder AG repariert Maschinen, die nicht mehr hergestellt werden – wie kürzlich ein Seilbahngetriebe.

Quer durch die Schweiz haben die Bergüner Sportbahnen AG ihr Skiliftgetriebe Anfang April transportiert: vom Bündner Ferienort bis nach Turgi in die Werder Elektromaschinen AG. Ganze 1,9 Tonnen wiegt das Getriebe, das ein Traktor von 2200 Metern Höhe ins Tal hinunterbeförderte. Unten angekommen wurde es mit Hilfe eines Autokrans auf einen Lastwagen gehoben, der das 40-jährige Seilbahngetriebe bis nach Turgi fuhr. Könnte das Turgemer Traditionsunternehmen das Getriebe nicht mehr in Stand setzen, müssten die Sportbahnen Bergün AG den Schlepplift komplett ersetzen.

«Seilbahngetriebe werden in dieser Art so mittlerweile gar nicht mehr hergestellt», sagt André Plüss, Geschäftsführer und Inhaber der Werder Elektromaschinen AG. Trotz des hohen Alters des Getriebes lohne sich deshalb eine Komplettrevision. Das Seilbahngetriebe arbeitet pro Saison bis zu 700 Stunden. Da sei es normal, dass früher oder später Verschleisserscheinungen auftauchen, sagt Plüss. «Man kann auch nicht ein Auto hunderttausend Kilometer fahren, ohne je einen Service zu machen.» Mit einem Getriebe wie diesem zu arbeiten, sei nicht einfach. Zum Glück habe sein Werkstattleiter Anton Pilzer die nötige Erfahrung mit dem Getriebebau.

Das Instandsetzen war aber auch für den Werkstattleiter kein Kinderspiel. «Jedes Bauteil ist extrem schwer», sagt Anton Pilzer. Gewisse Teile des Getriebes wiegen bis zu 400 Kilogramm. Insgesamt kommt das 2,5 Meter lange Seilbahngetriebe auf ein Gewicht von 1900 Kilogramm. «Von Hand konnte da nichts bewegt werden», sagt er. Infolgedessen musste der Werkstattleiter auf Hilfsmittel wie hydraulische Hebebühne und sogar auf einen Kran zurückgreifen. Selbst die Werkzeuge, die Anton Pilzer verwendete, musste er an den Kran hängen, um sie benutzen zu können. Denn auch diese wiegen bis zu 60 Kilogramm.

Traditionsunternehmen feiert bald Jubiläum

Die Werder Elektromaschinen AG ist ein Traditionsunternehmen. Walter Werder gründete das Unternehmen 1961 in Gebenstorf. 32 Jahre später zog die Firma an die Landstrasse 19 in Turgi – ihrem heutigen Standort. Nächstes Jahr kann das Unternehmen das 60-Jahre-Jubiläum feiern.

Heute wird die Werder Elektromaschinen AG von André Plüss geführt. Vor elf Jahren kaufte er das Einzelunternehmen und wandelte es in eine Aktiengesellschaft um. 2015 konnte das Turgemer Unternehmen zudem die Firma Subag Pumpenbau AG in Koblenz erwerben und somit ihr Pumpengeschäft verstärken. Die Werder Elektromaschinen AG beschäftigt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist spezialisiert auf Instandhaltung und Instandsetzung von Elektromotoren, Getriebe, Pumpen und vielem mehr.

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