40 Jahre hat das Lehrschwimmbad Burghalde auf dem Buckel. Anfang der 1970er-Jahre wurde der Gebäudekomplex mit unterirdischer Autoeinstellhalle, einem Schwimmbad und einer separaten Turnhalle erstellt. 40 Jahre sind eine lange Zeit; erst recht für ein Hallenbad. Denn wegen extremer klimatischen Verhältnissen und des Einsatzes von Chemikalien werden die Bauteile eines Hallenbades wesentlich mehr beansprucht als bei gewöhnlichen Bauten.

In zwei ersten Etappen wurde das Bad 1998 und 2005 bereits für total 717000 Franken teilsaniert. Für den Weiterbetrieb des Bades drängt sich nun aber eine dritte, umfassende Sanierung auf. Der Kredit dafür in der Höhe von 5,39 Millionen Franken wird dem Einwohnerrat an der kommenden Sitzung vorgelegt.

Städtisches Bad wird entlastet

Die Sanierung dränge sich vor allem auch deshalb auf, weil die drei Hallenbäder der Stadt Baden (städtisches Hallenbad, Lehrschwimmbecken Pfaffechappe und Burghalde) in den letzten Jahren immer mehr frequentiert worden seien, heisst es in der Vorlage des Stadtrates. «Die Investition in das Lehrschwimmbad Burghalde ist wichtig, weil dadurch auch das städtische Hallenbad entlastet wird, sagt Stephan Attiger.

Damit spricht der Stadtammann den Umstand an, dass das Schwimmbad in der Burghalde ausserhalb der Unterrichtszeiten (am Abend und an Samstagen) für Vereine und Kurse zur Verfügung gestellt wird. So wurden 2010 zusammen mit den Berzirksschülern 35000 Eintritte verzeichnet.

Nach der Sanierung bestünde zudem die Möglichkeit, das Schwimmbad auch an Sonntagen einer beschränkten Benutzergruppe zur Verfügung zu stellen. Attiger verweist zudem darauf hin, dass die Zurich International School (ZIS) ihr Domizil bis 2013 ins nahe gelegene Lindenareal verlegen will und beabsichtigt, die heutige Schülerzahl von 130 auf 300 zu erhöhen (az Aargauer Zeitung vom 8. März). «Das Bad soll auch Schülern der ZIS zur Verfügung stehen. Aber erste Priorität hat die Volksschule», so Attiger.

Wegen der grossen Nachfrage nach Wasserflächen sei eine Schliessung der Schwimmhalle zugunsten einer neuen Nutzung nicht infrage gekommen. Zudem hätten Abklärungen ergeben, dass dies nicht günstiger wäre, als das Bad weiterzunutzen. Ein Neubau hätte gar mit 13 bis 15 Millionen Franken zu Buche geschlagen.

Arbeiten im Sommer 2012 geplant

Die Sanierung umfasst vor allem die Aussenhülle, die Innenräume und die Haus- und Badewassertechnik. So soll das Schwimmhallendach neu abgedichtet und thermisch isoliert werden. Alle Aussenfassaden und die Bodenplatten gegen die Parkgarage erhalten eine hochwertige Wärmedämmung.

Geplant sind die Arbeiten von Frühling bis Herbst 2012, da dann auch das Terrassenbad geöffnet ist. Nebst den Investitionskosten (573000 Franken kantonale Subventionen stehen in Aussicht) entstünden jährliche Investitionsfolgekosten von 353500 Franken.

Mehr Schüler brauchen mehr Platz

Die Zurich International School spielt auch beim zweiten Kreditantrag über 816000 Franken für den Bau eines Aussensportplatzes auf dem Dach des Schwimmbades Burghalde eine Rolle.

Mit der Ansiedelung der ZIS auf dem Lindenareal müsse auf dem Schulareal Burghalde eine Pausenfläche von 600 bis 800 Quadratmetern bereitgestellt werden, heisst es in der Vorlage. «Das Schulareal verfügt zwar über Pausenflächen, doch werden viele davon wenig bis gar nicht genutzt, weil sie nicht attraktiv sind», sagt Attiger.

Mit der Sanierung der Lehrschwimmhalle biete sich die Möglichkeit, das Dach als Pausenplatz- und Sportfläche für die ZIS und die Volksschule auszugestalten. Denn der Bedarf an allwettertauglichen Aussenplätzen im Burghaldeareal sei heute nicht genügend abgedeckt.

Tony Stalder, Leiter Liegenschaften, weist darauf hin, dass der Sportplatz gleichzeitig mit der Sanierung der Schwimmhalle realisiert werden müsse. «Später wäre das nicht mehr oder nur mit sehr grossem Aufwand möglich, weil umfangreiche statische Massnahmen im Inneren der Halle notwendig sind», so Stalder. Bei gleichzeitiger Umsetzung könnte der Platz von der ZIS auch pünktlich auf ihren Einzug genutzt werden.