«Die dunklen Wolken sind vorbeigezogen», sagte Finanzvorsteher Maurizio Giani am Montagabend anlässlich der Wintergmeind. Man brauche nicht mehr so viel Geld und sei auf Kurs. «Zum ersten Mal seit 2012 werden wir wieder einen Finanzierungsüberschuss haben.» Die grossen Investitionen seien getätigt worden, nun konzentriere sich die Gemeinde vor allem auf die Erneuerung und die Werterhaltung der Strassen. Giani machte jedoch darauf aufmerksam, dass die Schulden erst 2023 oder 2024 abnehmen werden.

Gespannt auf Reaktion

Dass die Verschuldung erst mittelfristig zurückgehen wird, veranlasste einige Stimmbürger, zu fragen, weshalb man den Steuerfuss bei 95 Prozent belasse und nicht anhebe. «Das ist ein rein strategischer Entscheid», sagte Giani. Man wolle zuerst alle Abläufe und die Kostenstellen untersuchen sowie optimieren, bevor man mehr Geld vom Steuerzahler verlange. Gemeindeammann Rolf Leimgruber merkte am Ende der Versammlung an, dass man den Input zur Kenntnis nehme: «Wir sind gespannt, wie Sie reagieren, wenn wir eine Steuerfusserhöhung beantragen.»

Bevor über das Budget 2017 abgestimmt wurde, stellte der Alt-Präsident der IG Pro Heitersberg, Christof Merkli, zwei Anträge. Er forderte zum einen, dass die Verwaltungsentschädigung, welche die Ortsbürger an die Einwohnergemeinde zu bezahlen haben, von 1000 auf 8000 Franken angehoben wird.

Hintergrund ist, dass das politische und finanzielle Verhältnis zwischen Ortsbürger und Einwohnergemeinde untersucht werden soll. Zum anderen verlangte er, dass der jährliche Betrag von zehn Franken, den die Gemeinde für die Erhaltung des Waldes an die Ortsbürger bezahlt, ersatzlos gestrichen wird. Finanzvorsteher Giani sagte, dass über den letzteren Antrag nicht im Rahmen des Budgets abgestimmt werden könne: Es handle sich um eine gebundene Ausgabe, die an der Sommergmeind beschlossen wurde.

Zu Merklis erstem Antrag sagte er, dass die Gmeind nur indirekt auf die Verwaltungsentschädigung Einfluss nehmen könne, indem sie das Budget zurückweist und neue Auflagen für die Bestimmung der Verwaltungsentschädigung erlässt. Wenn das so sei, sagte Merkli, dann stelle er den Antrag, den Voranschlag abzulehnen. Diese Forderung stiess bei den Stimmbürgern aber nicht auf Gehör. Schliesslich wurde das Budget 2017 mit einem unveränderten Steuerfuss von 95 Prozent mehrheitlich angenommen.

Die Stimmbürger genehmigten zudem die Kreditabrechnung des Pikettfahrzeuges für die Feuerwehr und den Verpflichtungskredit für die Erneuerung der Hägelerstrasse und der Dorfstrasse. Weil das Quorum nicht erreicht wurde, unterliegen die Beschlüsse dem fakultativen Referendum.