«BlauBlau»
Ein Tempel voller Kunst und Musik an der Badenfahrt

Im «Tempel BlauBlau» am Ende der Hochbrücke treffen Ästhetik, Vision und Rhythmus aufeinander.

Salomé Meier
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Tempel BlauBlau an der Badenfahrt
9 Bilder
Die Künstlerin Maya Rochats brachte an Wänden und Treppen ihre Kunstwerke an.
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".
Eindrücke aus dem "Tempel BlauBlau".

Tempel BlauBlau an der Badenfahrt

Mario Heller

Die Sonne geht langsam unter hinter der Altstadt, das fröhliche Menschengetrippel wird wieder zahlreicher, es herrscht feierliche Geschäftigkeit. Die letzten Strahlen fallen tief auf die Hochbrücke und tauchen den futuristischen Holzbau am Ende der Brücke in ein verklärtes Licht. Wie ein schwebender Tempel ruht er da, hoch oben über der Limmat.

Unter dem Namen «Tempel BlauBlau» bespielt in diesen Tagen der Zürcher Kunst- und Kulturverein «BlauBlau» den temporären Festraum. Auf zwei Ebenen, verschiedenen Bühnen und versteckten Zwischenräumen finden während zehn Tagen fünfzig Kunstdarstellungen, Installationen und Musikdarbietungen von fünfzig Kunstschaffenden aus der ganzen Schweiz statt. Einen fixen Zeitplan gibt es nicht, dafür jeden Tag ein eigenwilliges Motto, unter dem das Programm des Tages steht. An diesem Abend lautet es «Temple of Build-Arts und Strom-Schnigg-Schnagg».

Dass im vornherein gegen Aussen keine Zeiten kommuniziert werden, gehört zum Plan der Veranstalter: «Die oft einen ganzen Abend laufenden Installationen und Performances sollen die vorbeilaufenden Menschen neugierig machen, den Raum zu betreten und sich auf die Kunstwerke einzulassen», erklärt Patricia Bianchi, Vereinsmitglied und Kuratorin im «Haus Konstruktiv». Der Raum des Tempels, dessen Wände und Treppen mit Kunstwerken Maya Rochats geschmückt sind, fällt dabei als erstes Kunstobjekt auf. An diesem Abend stehen zudem viele Gäste neben einer Kunstinstallation, von der sie selber noch nicht wissen, dass sie eine ist. Die tischartige Box von Timo Ullman nimmt bereits den ganzen Abend Geräusche und Gespräche der Besucher auf. Einen Stock tiefer findet der «Strom-Schnigg-Schnagg» statt: Die Künstlerin Géraldine Honauer bespielt einen Zwischenraum des Tempels. In Teilen des Innenraums sowie der Durchlaufpassage leuchten immer wieder drei klaviaturartige Felder auf und legen Assoziationen an das Hüpfspiel 1, 2 oder 3 nahe. Später gibt es Live-Musik von «A Void in Voices» und «bOb». Eine spezielle Performance vom vergangenen Samstag hiess «About Time // About Love» und beinhaltete Nacktschnecken auf blossen Körpern.

Positive Rückmeldungen

Der Verein «BlauBlau» wurde 2013 von Dave Jegerlehner gegründet und veranstaltet seither interdisziplinäre Festivals in verschiedenen Städten der Schweiz. Auf ihren Bühnen treten diverse Live Bands, DJs sowie Theater- und Kunstschaffende auf. Jegerlehner ist in Wettingen aufgewachsen und kennt die Badenfahrt gut.

Für Patricia Bianchi war es dagegen in zweifacher Hinsicht ein Novum: «Ich war anfangs etwas nervös. Ich habe noch nie mit Laufpublikum an einem Stadtfest gearbeitet und wusste nicht, welche Reaktionen wir erhalten würden, geschweige denn, ob überhaupt Leute stehen bleiben würden. Doch mittlerweile haben wir tolle Rückmeldungen erhalten. Die Leute sind aufgeschlossen, treten ein und fragen nach, wer wir sind.» Besonders schön sei auch die Reaktion der Künstler, fügt Dave Jegerlehner hinzu. Einen temporären Raum von Grund auf zu konzipieren sei eine willkommene Herausforderung für sie und wirke wie eine Einladung, sich selbst ganz neu auszuprobieren.

Weitere Informationen unter: www.blaublau.net

Die Badenfahrt bei Nacht:

Die Badenfahrt bei Nacht Blick auf die Hochbrücke.
27 Bilder
Badenfahrt bei Nacht
Die Badenfahrt bei Nacht Freiluftkino Polygon
Eine Beiz, ganz aus Versen gebaut: Die Bücherbar UsVers an der Oberen Halde begeistert tout Baden. Selbst Thermalbadarchitekt Mario Botta ist bekennender Fan. Geheimtipp: Hier kann man heute und morgen sogar zu Mittag essen.
Blick von der Hochbrücke: Unten leuchtet das Triebguet, oben die Parzelle «5554» des Vereins Leviathan.
Die Badenfahrt bei Nacht Projektion "Ouroborus" von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm.
Die Badenfahrt bei Nacht
Die Badenfahrt bei Nacht Projektion "Ouroborus" von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm.
Die Badenfahrt bei Nacht Die Zurzibiet-Beiz "Baumhuus" auf dem Schlossbergplatz.
Die Badenfahrt bei Nacht Projektion "Ouroborus" von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm.
Die Badenfahrt bei Nacht Festbesucher auf dem Schlossbergplatz.
Die Badenfahrt bei Nacht Das Bistro de la Presse.
Die Badenfahrt bei Nacht
Die Badenfahrt bei Nacht
10 Tage Abtanzen im Black vs. White.
Farbengewalt auf dem Lunapark-Gelände.
Filmstadt Baden: In der Beiz des Freiluftkinos läuft heute Abend Charlie Chaplins «Modern Times».
Im Brückenbogen der Hochbrücke strahlt die 18 Meter breite und vier Meter hohe Kunstinstallation von Matthias Gubler in die Nacht. Wer oben auf der Brücke mitspielt, kann über 100 gegensätzliche Wortpaare über der Limmat leuchten
Die Projektion «Ouroborus» von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm.
Die Festbeiz Beetli Schmied des Vereins Baradore in der Kronengasse ist ein kleines Festgebiet für sich: Ein versteckter Garten zum Verweilen, der sich abends in eine Konzertbühne verwandelt.
Hoch über dem Tränenbrünneli und der alternativen Bühne Polygon ragt das temporäre Freiluftkino Baden in den Himmel.
Die Mondloft auf der Hochbrücke und die Tribüne im Graben leuchten in der Morgendämmerung.

Die Badenfahrt bei Nacht Blick auf die Hochbrücke.

Keystone