Baden
Ein Theater-Abend voller Hoffnung und Wünsche

Das Kinder- und Jugendtheater «Lampefieber» präsentierte im ThiK sein neustes Stück. «Wunsch Frei Sein», so der Titel, zeigte auf vielfältige Weise, was Kinder und Jugendliche heute beschäftigt.

Philippe Neidhart
Merken
Drucken
Teilen
Eine Bühnen-Selfie mit den jungen Schauspielerinnen und Schauspieler.

Eine Bühnen-Selfie mit den jungen Schauspielerinnen und Schauspieler.

Philippe Neidhardt

Eltern, Grosseltern und Freunde sind gekommen, um die neuste Produktion der Nachwuchsschauspieler von «Lampefieber» zu sehen. Die Scheinwerfer tauchen die Bühne des ausverkauften Theaters im Kornhaus in weiches Licht, als ein junges Mädchen ans Rednerpult tritt und in Englisch eine flammende Rede für mehr Liebe hält. Die Reise durch die Welt der Wünsche und Hoffnungen der jungen Generation beginnt.

Es ist ein abwechslungsreiches und emotionales Programm, das Bewegungsschauspielerin Simona Hofmann und ihr Team zusammen mit Jugendlichen zwischen sechs und sechzehn Jahren auf die Beine gestellt haben. Dabei bleiben sie ihrem Motto – bildstark, experimentell, poetisch – auch in diesem Jahr treu. «Wunsch Frei Sein» nennt sich das Stück, in dem die Nachwuchsschauspielerinnen und Schauspieler in kurzen, eindrücklichen Episoden ihr Talent unter Beweis stellen. Ob mit Akrobatik, Gesang oder Slapstick-Comedy in Tradition der berühmten Laurel & Hardy – die Vorstellung mag in jedem Moment zu überzeugen.

Die Breakdance-Einlage des jungen Nachwuchstalents begeisterte die Zuschauer.
29 Bilder
Die ausgekl++gelten Slapstick-Einlagen erinnern an Laurel & Hardy.
Das Leben als 'Digital Native' wird in verschiedenen Episoden thematisiert.
Der Nachwuchs l+ñsst sich von den Zuschauern feiern.
Die ausgekl++gelten Slapstick-Einlagen erinnern an Laurel & Hardy. 2
Auf der B++hne ist es dunkel, nur noch die H+ñnde der Kinder sind zu sehen.
Das M+ñdchen erz+ñhlt ++ber die Erfahrungen ihres Vaters als algerischer Einwanderer in der Schweiz.
Auch Poetry Slam fand Eingang in das Theater.
Auch akrobatische Einlagen fanden Eingang ins Theater.
Wenn der Mensch zur Puppe wird.
Noch weiss das M+ñdchen nichts von der +£berraschung.
Was sich wohl in diesem Koffer befinden mag.
Geri M++ller hielt zu Beginn des Theaters eine kurze Rede.
Ganz alleine wartet dieses M+ñdchen auf der B++hne, bis ihr Wunsch in Erf++llung geht.
Fr++h ++bt sich, wer Kontorsionistin weden will. 1
Fr++h ++bt sich, wer Kontorsionistin weden will.
Dieses M+ñdchen +ñussert den Wunsch, sich als Tierarztassistentin bewerben zu k+Ânnen.
Die W++nsche der Kinder und Jugendlichen standen im Mittelpunkt des Theaters.
Dieses M+ñdchen tr+ñumt davon, einmal T+ñnzerin zu werden.
Ein Selfie auf der Theaterb++hne.
Ein bisschen 'gf++rchig' ist die menschliche Puppe.
Ein junges M+ñdchen hielt eine flammende Rede f++r mehr Liebe in der Welt.
Die Nachwuchsschauspieler feiern Simona Hofmann.
Dieses M+ñdchen feiert ihren Sieg.
Die Darstellung der menschlichen Puppe liess die Zuschauer gleichzeitig erz++cken und erschaudern.
Die Kinder tr+ñumen davon, Superhelden zu sein. 2
Die Turnerinnen entf++hren die Zuschauer in die Welt der Akrobatik.
Die W++nsche der Kinder stehen im Mittelpunkt der neusten Produktion von 'Lampefieber'.
Die Kinder tr+ñumen davon, Superhelden zu sein.

Die Breakdance-Einlage des jungen Nachwuchstalents begeisterte die Zuschauer.

Philippe Neidhart

Themen, die beschäftigen

Im Mittelpunkt stehen Themen, welche Kinder und Jugendliche beschäftigen: Bewerbungsgespräche oder das Leben als Digital Native werden in kreativer Art und Weise aufgegriffen und dargestellt. So formen Turnerinnen mit ihren Körpern Worte und das Schwarzlicht verwandelt Kinderhände in Vögel, die ihren Weg in die Freiheit suchen. Auch Slam-Poetry findet den Weg auf die Bühne – in Form einer spitzen Rhetorik über die Verblassung der Deutschen Sprache und Probleme, welche die Digitalisierung mit sich bringt. Eindrücklich ist auch, wie zwei Mädchen von der Flucht ihres Vaters aus Algerien und seinen Erfahrungen als Einwanderer erzählen und ihre Hoffnung für die Zukunft formulieren: «Ich wünsche mir, dass die Schweiz mehr Flüchtlinge aufnimmt und Verständnis hat.»

Vor Beginn hielt Geri Müller eine kurze Rede samt kleiner Schauspieleinlage zur Thematik des Theaters. «Ich habe mir überlegt, was für einen Wunsch ich hätte: Statt die Haare in der Suppe, soll man nach Perlen suchen», so der Badener Stadtammann. Er dankte Simona Hofmann und ihrem Team für das Engagement: «Sie haben den Kindern einen Raum geboten, um sich zu entwickeln und auf der Bühne zu verwirklichen.» Diese Möglichkeit haben sie genutzt: Woche für Woche übten sich die Jugendlichen in Akrobatik, Gesang und Pantomime – das Resultat wurde an diesem Wochenende von den Zuschauern mit tosendem Applaus gewürdigt.