Heinz Walter aus Wettingen ist nicht nur Autor des neuen Buches «Geschichte des Judoclubs Baden-Wettingen», sondern er hat auch die spannende Geschichte seiner Familie und der Auswanderung aus Deutschland in bisher vier Bänden niedergeschrieben. All seine Werke sind gespickt mit Anekdoten und spannenden Details, die sonst in Vergessenheit geraten wären.

Auf dem Tisch in Heinz Walters Wettinger Büro liegen Gedichtbände, seine vierteilige Biografie «Ich und die anderen» sowie das Buch über den Judoclub Baden-Wettingen, welches er zu dessen 63-jährigem Bestehen herausbrachte. Genau 78 Jahre ist der gebürtige Tübinger alt und geistig so springlebendig, dass man ihn manchmal stoppen muss. Denn zu erzählen hat Walter viel. Sei es über seine Karriere vom Arbeiter zum Werkmeister in der Oerlikon-Bührle; oder seine Periode als Präsident des Tanzclubs Wettingen, in der er grosse internationale Turniere organisierte; dann über die 18-jährige Tätigkeit an der Spitze des einstigen LdU Baden; und natürlich sein Engagement im Vorstand des Badener Stadtturnvereins und als Stütze des Judoclubs Baden-Wettingen.

Geschichten für seine Kinder

Alles, was Heinz Walter anpackt, macht er mit ungeheurer Intensität. Beim Judoclub ist er nicht nur Mitorganisator einiger Meisterschaften, sondern gibt auch die Vereinsbroschüre «O’Shimbun» heraus. Zweimal wurde er für seinen Einsatz mit dem «Badener Schwert» geehrt. Innert 26 Stunden trommelte er 13 gestandene Judokas zusammen, die das notwendige Geld (4900 Franken) aufwarfen und damit den Druck seines Buches «Die Geschichte des Judoclub Baden-Wettingen» ermöglichten. Im reich bebilderten Werk werden sechs Dezennien bewegte Vereinsvergangenheit aufgefächert, gleichzeitig bietet es auch für Aussenstehende spannende Einblicke in den Aargauer Judosport.

Von seinem vierbändigen Lebenswerk «Ich und die anderen» gibt es bisher nur je drei Exemplare. Sie sind für Heinz Walters zwei erwachsene Kinder bestimmt, die ihn zum siebenfachen Grossvater machten. «Ich verarbeite darin nicht nur die eigenen Erinnerungen, sondern auch tolle Geschichten, die mir meine Eltern aus frühster Vergangenheit erzählten. Hätte ich sie nicht zur Schrift gestellt, wäre ganz viel wertvolles Wissen verloren gegangen.» Jeden Morgen setzt sich Walter an seinen Schreibtisch und arbeitet oft bis tief in die Nacht hinein. Ein fünfter Band seiner Lebensbeschreibung ist im Entstehen begriffen. «Wenn ich jetzt gehen müsste, hätte ich ein sehr reiches und erfülltes Leben gehabt», sagt er und lacht. Denn er will weitermachen und hat längst nicht fertig erzählt. Da sind noch so viele Geschichten.