Baden
Ein Zivi reicht für die Arbeit im neuen «Werkk» nicht mehr

Weil das neue Jugendkulturlokal Werkk ausserhalb des Zentrums liegt, schafft die Stadt eigens eine neue Marketing-Stelle – und wirkt den häufigen und aufwendigen Personalwechsel entgegen. Im «Merkker» machte den Job noch ein Zivildienstleistender.

Daniel Vizentini
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Vier Monate müssen sich die Jugendlichen noch gedulden, dann startet das Kapitel Alte Schmiede samt Kulturlokal Werkk.Archiv/dvi

Vier Monate müssen sich die Jugendlichen noch gedulden, dann startet das Kapitel Alte Schmiede samt Kulturlokal Werkk.Archiv/dvi

Daniel Vizentini (dvi)

Mit der Eröffnung des Jugendkulturlokals Werkk im September beginnt für Baden ein neues Kapitel in Sachen Jugendarbeit und Förderung von Kultur. Damit die Stadt in einer höheren Jugendkultur-Liga spielen kann, wird viel Geld investiert: Neben den 6,8 Millionen Franken für den Bau – wovon rund ein Drittel für die Beseitigung der Industrie-Altlasten und der denkmalschützerischen Sanierung des Gebäudes anfallen – sind es vor allem die neu geschaffenen Arbeitsstellen, die den Unterschied zum früheren Jugendkulturlokal Merkker machen sollen.

Konkret werden fürs «Werkk» zwei neue Teilzeitstellen geschaffen: Eine 60-Prozent-Stelle für Sachbearbeitung und eine 70-Prozent-Stelle für Marketing (siehe Tabelle). Auffallend: Im «Merkker» genügte noch ein Zivildienstleistender oder eine Praktikantin für diese Arbeit.

Folgende Arbeitsstellen sind nötig für das Jugendlokal

Und: «Die erforderliche Qualität konnte nicht immer erreicht werden», sagt Geraets. Die 100-Prozent-Praktikantenstelle sei deshalb gestrichen und durch die Stelle Marketing ersetzt worden, die auch «diverse administrative Aufgaben» beinhalte.

Gemeinden sollen «Werkk» mittragen

Bis zur Schliessung am 1. Januar war das Jugendkulturlokal Merkker ein Anziehungspunkt für jugendliche Kulturschaffende und Besucher aus der gesamten Region. Anfang 2013 hatten die Merkker-Verantwortlichen erhoben, dass nur ein Viertel der Merkker-Besucher in Baden und rund die Hälfte in den umliegenden Gemeinden wohnt. Stadträtin Daniela Berger äusserte darauf den Wunsch, die Gemeinden der Region sollten das Merkker finanziell mittragen.

Der damalige Einwohnerrat Hannes Streif (team baden) sagte an der Ratssitzung im Juni 2013, eine Beteiligung der Nachbargemeinden an den Betriebskosten des neuen Jugendlokals sei anzustreben. Darauf antwortete Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider, die Projektverantwortlichen würden sich um Subventions- und Sponsorenbeiträge bemühen.

Gemäss Abteilungsleiter Mario Geraets wird das Thema der Mitfinanzierung des «Werkk» durch die Gemeinden der Region momentan nicht behandelt. «Diese Frage ist noch pendent.» Die umliegenden Gemeinden zahlen punktuell Beiträge an einzelne Kulturveranstaltungen in Baden, früher hie und da auch von solchen im «Merkker». (dvi)

Die neue Marketing-Stelle sei nötig, weil das «Werkk» – anders als das «Merkker» – ausserhalb des Zentrums liegt, sagt Mario Geraets, Abteilungsleiter Kinder Jugend Familie. «Darum braucht es eine Marketingstrategie.» Zudem seien die Praktikanten oder Zivildienstleistenden jeweils nur für eine kurze Frist angestellt. Der jährlich wiederkehrende Personalwechsel und die damit verbundene Einarbeitungszeit hätten einen hohen Arbeitsaufwand für die «Merkker»-Leitung verursacht.

Auch für Alte Schmiede zuständig

Gemäss Patrick Nöthiger, Leiter Kultur der Stadt Baden, werden die «Werkk»-Angestellten auch für die Bewirtschaftung der grossen Halle der Alten Schmiede zuständig sein. Dies sei sinnvoll, da sie ihr Büro vor Ort haben werden. Zudem sollen in der Halle möglichst Jugendkulturevents stattfinden, mindestens aber sonstige kulturell wertvolle oder gemeinnützige Anlässe. Unter dem Strich wird das «Werkk» mit 80 Stellenprozenten mehr rechnen können als früher das «Merkker». Zählt man den «Merkker»-Praktikanten hinzu, sind es aber in etwa gleich viel Prozente.

Die Lohnkosten werden gemäss Mario Geraets nicht wesentlich höher ausfallen. Der Unterschied zum «Merkker» liege vor allem darin, dass die Küche im «Werkk» verpachtet werde, womit im Bereich Gastro Stellenprozente wegfallen würden. Zudem wird die Führungsstruktur anders: Gab es im «Merkker» noch eine Co-Leitung mit den getrennten Bereichen Gastro und Kultur, wird es im «Werkk» nur noch eine zentrale Leitung geben. Alle Stellen wurden bereits vom Stadtrat bewilligt.

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