Baden
Einblicke in die Welt der Kids: Von Alcopops bis Youtube

Die neue Sonderausstellung «Kids today im Brennpunkt» im Kindermuseum Baden bietet spannende Einblicke in die Welt der heutigen Kids. Und sie regt zum Nachdenken an. Am Samstag war Vernissage.

Susanne Brem
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Sonderausstellung im Kindermuseum Baden
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Die drei jungen Break Dancer vor dem Kindermuseum Minh Thanh Do, Josua Weiss und Donat Hess (2)
Die drei jungen Break Dancer vor dem Kindermuseum Minh Thanh Do, Josua Weiss und Donat Hess
Puppen heute
Museumsgründer Roger Kaysel

Sonderausstellung im Kindermuseum Baden

MP3-Player und App, Burnout und Energydrink, Piercing und Ritalin, Google und iPad, Junkfood und Littering – all das sind Wortkreationen, die kaum älter sind als 15 Jahre, dennoch bestimmen viele von ihnen heute unseren Alltag.

Frühreife Jugendliche

In 14 Vitrinen, verteilt im ganzen Haus, stellt das Kindermuseum die Trends der Gegenwart der Vergangenheit gegenüber. Wie änderte sich zum Beispiel das Puppenspiel in den letzten 200 Jahren? Hier die liebevoll genähten Stoffpuppen von damals und daneben in der Vitrine die Puppen im Lifestyle von heute: modisch und trendy, tanzend oder im Swimmingpool liegend und für das Girl von heute einen Puppenkopf zum Schminken mit allerlei Schminke zum Üben mit Lidschatten und Lippenstift. Und hier sind Zeitungsausschnitte aus den letzten 15 Jahren zu sehen, etwa aus dem «Tages-Anzeiger» vom August 1998: «Versace für den Sandkasten – schon 6-jährige wissen heute, was in den Kleiderschrank gehört.»

Das Kindermuseum zeigt die Gegensätze von damals und heute auf.

Wie aber gehen die Kids von heute selber damit um? Das zeigten die drei jungen Männer Josua, Minh Thanh Do und Donat vor dem Vernissage-Publikum gleich selber. Sie wirbelten als Breakdancer auf dem Boden herum und brachten das Publikum zum Staunen. Und die 15-jährige Andrea bewies ihr Talent am E-Piano.

Schwieriges Erwachsenwerden

«Kinder sind immer ein Spiegel von uns Erwachsenen», sagte Alexander Grauwiler, Schulleiter der Volksschule Baden, in seiner Rede. «Es gelingt ihnen immer wieder, ihre eigenen Freiräume zu schaffen. Das muss nicht negativ sein. Lassen wir diese Gegensätze auf uns wirken. Die Kids today sind in Ordnung.»

Für Kinder heute, zwischen Ökobewusstsein und Konsumrausch, zwischen Frühförderung und Lifestyle sei es schwieriger eine resistente Persönlichkeit aufzubauen, sagte Museumsgründer Roger Kaysel. Noch nie hatte eine Generation so viele Freiheiten wie heute. Was oft vergessen werde, sei die Verantwortung, die an diese Freiheit gekoppelt ist.