Kriminaltouristinnen

Einbruchserie geklärt: Väter schickten ihre jugendlichen Töchter auf Diebestour in den Aargau

Eine Einbruchsserie in der Region Baden ist geklärt. (Symbolbild)

Eine Einbruchsserie in der Region Baden ist geklärt. (Symbolbild)

Fahndungserfolg für die Aargauer Kantonspolizei: Sie fasste eine Bande, die in der Region Baden im letzten halben Jahr in mehrere Wohnungen einbrach. Dabei handelt es sich aber nicht um Profis, sondern um junge Frauen zwischen 14 und 16 Jahren.

Sie brachen in über ein Dutzend Wohnungen ein und erbeuteten Bargeld und Wertsachen in der Höhe von fast einer Viertel Million Franken. Zudem hinterliessen sie 10'000 Franken Sachschaden. Die Auftraggeber der jungen Frauen: Ihre eigenen Väter. Ihnen mussten die Jugendlichen ihre Beute jeweils abliefern, mit Abzug eines Taschengelds. 

Nun hat die Kantonspolizei Aargau drei der vier jungen Frauen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren geschnappt. Zwei von ihnen wurden Mitte Februar im Tessin verhaftet, die dritte im Kanton Solothurn. Die vierte im Bunde, eine 15-Jährige, ist zur Fahndung ausgeschrieben, wie die Kantonspolizei Aargau mitteilte. Die vier Frauen sind kroatische und italienische Staatsbürgerinnen und leben nach eigenen Angaben in einer Wohnsiedlung in Rom.

Minderjährige am Steuer

Die drei jungen Frauen seien geständig und sagten den Ermittler übereinstimmend dasselbe: Sie seien jeweils einige Tage in einem Mietauto in die Schweiz gefahren, hätten Einbrüche verübt und in Hotels übernachtet. Nach der Rückkehr nach Italien gaben sie die Beute ihren Vätern. Das sei kein ungewöhnliches Vorgehen, sagte Polizeisprecher Bernhard Graser auf Anfrage. «Ungewöhnlich ist, dass sie es so offen zugeben.» 

Die beiden 16-Jährigen befinden sich noch in Haft. Die 14-Jährige wurde nach der Verbüssung einer Haftsrafe vorzeitig nach Italien zurückgeschickt. Die wahren Schuldigen, ihre Väter, kommen vermutlich ungeschoren davon. Gegen diese wird nicht ermittelt, wie Bernhard Graser bestätigt: «Da sie sich nicht in der Schweiz aufhalten, wäre dies von Anfang an zum Scheitern verurteilt.» (fvo)

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