Baden

«Eine Art Google für Integration»: Die Fachstelle soll Betroffenen Orientierung bieten

Die erste gemeinde-übergreifende Fachstelle für Integration der Region Baden kommt in Fahrt. Zwei Jahre lang sollen neue Wege der Integrationsförderung erprobt werden.

Seit Anfang Jahr ist die regionale Fachstelle der Region Baden in Betrieb. Mit dem auf zwei Jahre ausgelegten Pilotprojekt werden neue, gemeindeübergreifende Wege in der Integrationsförderung erprobt. Fünf Gemeinden sind mit an Bord: Baden, Ennetbaden, Neuenhof, Wettingen und Würenlos. Aufgabe der Fachstelle ist die Beratung von Personen, Gemeinden und Projektanbietern zu den Themen Integration und Migration, Leben und Zusammenleben in der Schweiz und in der Region.

«Wir unterstützen mit der Stelle bereits bestehende Integrationsangebote und -projekte», erklärt Leiterin Judith Bühler. «Dabei verstehen wir uns als eine Art Google für Integration, um die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Fragen an den richtigen Ort zu leiten.» Es gehe nicht darum, die Personen einfach nur der nächsten Stelle zu übergeben, sondern sie zu begleiten und auch Tage später nachzuhaken, damit niemand von «einem zum anderen Ort geschickt wird», so Bühler. Das passiere öfters, weil es sehr viele verschiedene Stellen gebe und die Zuständigkeiten nicht immer klar seien.

Einen Überblick über das Angebot schaffen

Bühler ist gelernte Pflegefachfrau, wechselte später ins Marketing und übernahm Projektleitungen. Danach studierte sie Soziale Arbeit und setzte sich vertieft mit Integration, Migration und soziokultureller Animation auseinander. Ihr Erfahrungsschatz ist genauso divers wie die Menschen und die Anliegen, mit denen sie in ihrem Arbeitsalltag zu tun hat. Die Klientel kommt aus zahlreichen Ländern, von nah und fern. Da sei natürlich Sprache ein Thema, «aber auch Fragen zu den Bereichen Arbeit, Bildung, Wohnen oder Folgen von Diskriminierung». Sie und ihre Mitarbeiterin Luzia Capanni haben den Überblick über die lokalen Integrationsangebote.

Das Thema Gesundheit dominierte in den letzten Monaten aber auch ihre Arbeit. Nachdem die Fachstelle ab Februar immer bekannter geworden sei, fielen wegen Corona die alltäglichen Themen weg. Es folgten vermehrt Anfragen zu Gesundheit, Kurzarbeit, zu Ein- und Ausreise aus der Schweiz und Homeschooling. Man unterstützte aber auch verschiedene Integrationsangebote auf der Suche nach digitalen Lösungen.

Die Unterstützung dieser gehört ebenso zum Aufgabenkatalog wie die enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Gemeinden. Die Fachstelle hilft bei der Angebotsgestaltung: Was ist nötig, dass nicht ein Teil der vielfältigen Bevölkerung ausgeschlossen wird? Wie können Zielgruppen erreicht werden? Bühler und Capanni konzipieren aber auch selbst neue Angebote, welche die Verwaltungen im Umgang mit der zunehmend vielfältigen Bevölkerung entlasten sollen, erklärt Bühler.

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