Botta-Bad
Eine Badeanlage für eine neue Bäder-Epoche

An den Grundrissplänen des Thermalbad-Projekts von Mario Botta lässt sich die beträchtliche Ausdehnung ablesen, aber auch wie der Betrieb dereinst funktionieren soll. Wir schauen etwas detaillierter hin.

Roman Huber
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Pläne zum Botta-Projekt
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Botta8
Erdgeschoss mit Bäderbereichen innen und aussen, Eingangshalle (beim abgewinkelten Teil).
Das Botta-Projekt von der Nähe betrachtet
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AZ

Der Perimeter für das neue Thermalbad mit Parkhaus und das geplante Ärzte-/Wohnhaus reicht von der Parkstrasse bis zur Limmat, und dieser entlang vom Mättelipark bis zum Kurplatz. Im Entwicklungsrichtplan spricht man beim Thermalbad vom Baufeld 1, vom Areal Staadhof von Baufeld 2. Das Verenahof-Geviert (die alten Hotels Verenahof, Bären und Ochsen) gehören zum Baufeld 3, während das Baufeld 4 den Bereich der Dépendance Ochsen und Bären betrifft.

Ein Gebiet von besonderem Wert

Die genannten Baufelder umfassen ausserdem ein archäologisch und historisch einzigartiges Gebiet an der Limmat. Der besondere Reichtum sprudelt hier aus dem Boden in Form von 47 Grad Celsius heissen Quellen. Hinzu kommen der historische Wert des Bäderquartiers und die Natur der Flusslandschaft.

Die Hand, deren Finger sich zur Limmat öffnen und das urbane Gebiet in den Flussbereich übergehen lassen, das ist die Idee, die dem Projekt zugrunde liegt. Der Baukörper des neuen Thermalbades richtet sich in seiner Stellung nach den historischen Quartier aus, insbesondere nach dem Verenahof-Geviert. Im Projekt-Bericht heisst es: «Mit unterschiedlichen Bauvolumen und Präsenzen soll der Neubau der Thermen mit seiner jeweiligen Umgebung in Dialog treten. In Verlängerung zum Parkweg begleitet ein langer, ruhiger Riegelbau von Westen nach Osten die Parkstrasse und dringt in die Mitte der Thermen. Entlang dieser Achse entfalten sich flussseitig vier freistehende, zum Teil über den Limmatweg emporragende Fingerbauten der Thermalbäder und der Aussenbereich der Badeanlage.»

Parkgarage unter dem Boden

Im Westen öffnet sich das Erdgeschoss zur Parkstrasse und gewährt über einen offenen Raum Einsicht und Zugang auf die im 1. UG ruhende römische Apsisruine. Die insgesamt 500 Parkplätze sind im 1. und 2. UG angeordnet, wovon gemäss Metron-Studie 183 für das Bad, der übrige Teil für Reha-Klinik, Hotel, Arztpraxen, Arbeiten, Wohnen. Mit dem Parkhaus wird der Verkehr aus dem weiteren Bäderquartier verschwinden. Im 2.UG befinden sich auch noch ausgedehnte Technikräume. Der westliche Zipfel des Parkhauses kommt als Erweiterungsbau unter den Mättelipark zu liegen.

Der öffentliche Uferbereich, der bis zu 19 Meter breit ist und an mehreren Stellen mit dem Quartier verbunden ist, soll den Limmatraum als Erholungs-, Aufenthalts- und Flanierzone aufwerten. Zur Limmat sind im Bereich des Knies Sitzstufen geplant.

Eingangshalle mit Garderoben- bereich befinden sich ebenerdig im leicht angewinkelten Bau des Thermalbades. Im Längsbau wird ein Teil des Sauna- und Sanitärbereichs einquartiert. Zur Limmat öffnet sich die Gastronomie, die bei schönem Wetter auch im Freien stattfinden soll. Ein zweiter öffentlicher Gastrobetrieb ist beim Hotel im «Verenahof» vorgesehen. Der Längsbau erhält auch ein Obergeschoss mit Sauna- und Beauty-Einrichtungen.

Die Badeanlage wird eine Wasserfläche von gegen 1000 Quadratmeter ausweisen. In den vier Fingern befinden sich vier verschiedene Innenbäder. Die beiden Aussenbäder sind zur Limmat gerichtet. Obschon die verschiedenen Bauvolumen aufgegliedert sind und sich die Anlage grosszügig ausdehnt, bietet der Innenbereich eine klare und einfache Organisation. Jeder Bereich steht in direkter Verbindung zur Eingangshalle und kann autonom betrieben werden.

Wirtschaftlich und nachhaltig

Umweltfreundliche Lösungen in der Architektur und bei der Bauweise sollen der geforderten Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Dazu gehören natürliche Mittel wie Gebäudeausrichtung, kontrollierte Sonneneinstrahlung, Volumeneinschnitte und Nutzung von Tageslicht, womit mi-kroklimatische Zonen gestaltet werden, die eine hohe Nutzungsqualität der Innen- und Aussenräume gewährleistet.Verwendet werden natürliche und dauerhafte Baustoffe, die den Aufenthaltskomfort unterstützen. Bei der Gebäudehülle wird mit hinterlüfteter Fassadentechnik eine effiziente Funktion des Wärmerückhalts angestrebt. Die massiven Baustoffe wie Natursteinblöcke als selbsttragende Aussenverkleidung sollen dauerhafte Qualität erzielen.

Im Kontrast zu den Steinmauern stehen die vom Fassadenprofil zurückversetzten und wettergeschützten Fensterflächen. In der Thermalbadehalle lassen sie das Tageslicht und die umgebende Limmatlandschaft ins Innere einfliessen. Zusätzlich ermöglichen sie eine natürliche Lüftung der Halle und Wasserbereiche. Wenn es Wetter und Jahreszeit zulassen, lässt sich bei weggeschobenem Glas die Sonnenterrasse geniessen. Das Feld zur Verfügung stehender Technologien sollen Fachplaner im Verlauf einer Weiterbearbeitung der Studie berücksichtigen.

Ärzte-/Wohnhaus in Bearbeitung

Der prägnante Bau für Arztpraxen und Wohnungen im Limmatknie ist in Bearbeitung. Laut Verenahof AG ist er gegenüber dem ursprünglichen Projekt um ein auf vier Geschosse reduziert worden, plus ein Attika.

Mitten in der Planung steckt auch das Verenahof-Geviert (Baufeld 3), wo der Projektentscheid erst noch gefällt wird. Definitiv ist, dass die beiden Lichthöfe sowie der Saal im ersten Geschoss aus Denkmalschutzgründen erhalten werden. Der «Bären» wird weichen, der «Ochsen» zu Teilen ebenfalls.