Niederrohrdorf
Eine Bio-Badi für den Rohrdorferberg – Idee hat bereits 300 Unterstützer

Auf der Online-Petition petitio.ch hat die Niederrohrdorferin Melanie Stutz eine Petition für eine Bio-Badi auf dem Rohrdorferberg lanciert.

Carla Stampfli
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Auf dem Rohrdorferberg könnte eine Bio-Badi entstehen.

Auf dem Rohrdorferberg könnte eine Bio-Badi entstehen.

Leserbild/Beatrice Mair-Baumgartner

Wenn Bewohner am Rohrdorferberg in die Badi gehen möchten, bleibt ihnen fast nichts anderes übrig, als ins Auto zu steigen. Denn: Die nächstgelegenen Badeanstalten befinden sich mindestens fünf Kilometer entfernt, beispielsweise in Bremgarten, Baden, Wettingen oder Wohlen.

Für Melanie Stutz, die mit ihrer Familie in Niederrohrdorf wohnt, ist dies zu weit: «Ich finde es sehr schade, dass ich mit meinen beiden Kindern nicht einfach auf das Velo steigen und in die Badi fahren kann.» Auch ein spontaner Besuch, beispielsweise am Abend, sei aufgrund der Distanz nur schwer möglich. Aus diesem Grund hat die 39-Jährige auf der az-Online-Plattform petitio.ch eine Petition für eine Bio-Badi in Niederrohrdorf lanciert. «Eine solche Badeanstalt wäre nicht nur eine tolle Attraktion, sondern auch ein Ort, an dem sich Bewohner von Niederrohrdorf und der Umgebung treffen könnten», sagt sie. Ausserdem hätten Schulen im Sommer die Möglichkeit, Schwimmunterricht durchzuführen.

Aus ökologischer Sicht ein Vorteil

Dass sich Melanie Stutz für eine Bio-Badi einsetzt, hat einen guten Grund: «Meiner Meinung nach sind ‹normale› Badis nicht mehr zeitgemäss», sagt sie und meint damit die hohen Unterhaltskosten, den Einsatz von Chemie und Energie sowie den Wasserverbrauch. Naturbäder hingegen verfügten über natürliche Regenerationszonen mit Mikroorganismen und spezialisierten Pflanzen, die für sauberes Wasser sorgen. «Eine Bio-Badi wäre also auch aus ökologischer Sicht ein Vorteil.»

Die Petitionärin weist auf die Bio-Badi in Biberstein hin, die 2000 als erster öffentlicher Schwimmteich der Schweiz eröffnet wurde – und ihrem Anliegen als Vorlage dient. Eine andere Möglichkeit sei ein Badesee, wie er derzeit in Ftan (GR) gebaut wird. «Dieser wird zum Teil durch Crowdfunding finanziert. So etwas wäre auch für die Bio-Badi in Niederrohrdorf denkbar», sagt sie. Darüber hinaus seien Spenden von Privaten und der Gemeinde eine weitere Lösung. Auch wäre sie selber bereit, einen Sponsorenlauf zu organisieren oder eine Arbeitsgruppe zu gründen. «Ich glaube, auf diese Weise könnte man genug Geld sammeln und ein solches Vorhaben realisieren», sagt Melanie Stutz, die als Projektleiterin bei der ABB arbeitet.

Doch wo in Niederrohrdorf könnte die Bio-Badi gebaut werden? Über den Standort hat sie sich zwar Gedanken gemacht, möchte sich aber nicht aus dem Fenster lehnen. «Wichtig ist, dass die Idee erst einmal bekannt wird.» Dass dies bereits der Fall ist, zeigt ein Blick auf petitio.ch: Über 300 Personen haben die Petition für eine Bio-Badi unterstützt. Auch sonst habe sie viele positive Rückmeldungen erhalten: «Zahlreiche sprechen von einer super Idee.»

Die Bio-Badi-Petition läuft noch bis zum 3. Juli. Melanie Stutz’ Ziel sind 400 Unterstützer. «Das wären rund 10 Prozent der Bevölkerung Niederrohrdorfs. Damit wären die Chancen noch grösser, dass dem Projekt Gehör verschafft wird.»

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