Warm eingepackt mit Mütze und Schal pilgern Musikbegeisterte zum letzten Mal durch die kalten und verschneiten Strassen. Am Samstag zeigt sich das Musikfestival One of a Million
(OOAM) noch einmal in seiner ganzen Vielfältigkeit; Von ruhiger Popmusik über frechen Indie Rock bis hin zu Elektro bietet das Festival alles. Überall in der Kleinstadt leben tagsüber kleine Bühnen auf, wie beispielsweise im Atrium Hotel Blume oder in der Cava Bar. Abends verschieben sich die Konzerte auf die Hauptbühnen in der Stanzerei, dem Royal und der Druckerei.

Wenig Tanz für viel Musik

In rotes Licht getaucht und umgeben von künstlichem Rauch stehen die jungen Musiker auf der Bühne. Langsam erklingt die Gitarre, der Rhythmus wird schneller, bis das Schlagzeug einsetzt – die Basler Band «The End» läutet den Anfang vom Ende des Abends in der Druckerei ein. Mit frechem Pop Rock scheut die Band nicht vor kurzen psychedelischen Einlagen und plötzlichen harten Gitarrenriffs zurück. Zum Tanzen lassen sich die Besucher dennoch nicht überreden. Lieber lauscht das Publikum, leicht wippend der abwechslungsreichen Pop Rock Musik. Auch die Schwedin Alice Boman ändert mit ihrem verträumten Pop nichts an der Tanzfaulheit der Besucher. Weiche lang gezogene Töne erfüllen die Stanzerei und hüllen die Zuhörer in melancholische Stimmung. Ob der steigende Alkoholpegel den Bands zur späteren Stunde zur Hilfe eilt, bleibt unklar. Von Band zu Band lässt sich eine grössere Bewegungsfreude im Publikum beobachten. Mit viel Synthesizer hebt die Dance Pop Band Roosevelt aus Deutschland ab. Starker Bass lässt das ehemalige Kino Royal erzittern und bringt die vordersten Besucherreihen zum Tanzen. Wirklich los geht das Tanzfieber aber erst richtig zum Drum n Bass der dänischen Band «Bottled in England». Frech und energetisch hüpfen die zwei Musiker auch Mal von der Bühne durch die Zuhörerreihen. Die Schweizer Band «Knäckebröd» lässt den Abend schliesslich mit knackigen Elektrobeats und profunden Bässen ausklingen.

1500 Besucher in 9 Tagen

Über 1500 Besucher kann das sogenannte Boutique Festival stolz verzeichnen. Dabei sollen unbekannte Bands die Besucher zu einer musikalischen Entdeckerreise anregen und verzaubern. «Der Fokus liegt auf jungen Bands sowie auf Bands, die schon jahrelang am Wirken waren, aber den ganz grossen Durchbruch noch nicht geschafft haben», sagt Nik Fischer, Festivaldirektor über die Auswahl der Bands. So kommen neben viel sphärischer und oft Elektronischer Musik am OOAM auch Singer Songwriter zum Einsatz, sowie rockige Folkmusik. Mit dieser Musikkollektion hat das Festival den Nerv der Zeit getroffen, so sind überdurchschnittlich viele Festivalpässe verkauft worden in diesem Jahr. Kommunikationsleiterin Nina Hodel vermutet, dass sich viele Musikfans die ganze Woche Zeit genommen haben für das Festival. Besonders erfolgreich sind dabei die Stadtkonzerte am Nachmittag. «Vor allem von weniger musikbegeisterten Besuchern wurden die Nachmittagskonzerte entdeckt», sagt Hodel. Die ausgefallenen Standorte, wie der Sebastians Kapelle und dem Innenhof des Hotel Blume sind besonders beliebt. Mit ihrem Altstadt Charme lassen die Räumlichkeiten das Festival zu einem herzlichen sowie herzigen Erlebnis werden.