Wettingen

Eine Gemeinde im Turnhallenfieber – Auslöser ist ein Defizit

Der Baukredit von 12,8 Mio. Franken für die Dreifachturnhalle in der Schulanlage Margeläcker liegt vor. Das letzte Wort hat das Volk.

Geht alles nach Plan, werden im Sommer 2018 gleich zwei Dreifachturnhallen in Wettingen vollendet sein: Zum einen die unterirdische Halle der Kantonsschule auf der Klosterhalbinsel, deren Bauherr der Kanton ist. Zum anderen die teilversenkte Halle in der Schulanlage Margeläcker, welche die Gemeinde realisieren will. Während die Bauarbeiten für die Dreifachturnhalle der Kanti bereits Ende Oktober gestartet sind, muss für das Gebäude in der Schulanlage Margeläcker erst noch der Baukredit gesprochen werden.

Der Einwohnerrat wird an seiner Sitzung Mitte Dezember deshalb über einen Betrag von rund 12,8 Millionen Franken entscheiden. Damit wird die Schulanlage Margeläcker, nachdem im Jahr 2014 drei der insgesamt vier Schulhäuser aufgestockt wurden, innert kurzer Zeit ein zweites Mal erneuert.

Bau der Turnhalle sei nötig

«Gemeinsam mit der ‹Tägi›-Sanierung ist die Dreifachturnhalle das letzte grosse Projekt, das Wettingen in den nächsten Jahren noch zu realisieren hat», sagt Gemeindeammann Markus Dieth (CVP). Denn in absehbarer Zeit würden keine grösseren Vorhaben mehr auf der Liste stehen. «Mit dem Bau können wir den Platzbedarf abdecken, der seit mehreren Jahren besteht.»

Zwar gibt es in Wettingen zehn Turnhallen, doch diese seien von morgens bis abends praktisch ununterbrochen belegt. «Wir haben derzeit ein Defizit von mehr als zwei Hallen», erklärt Dieth. Mit der steigenden Anzahl Schüler in den kommenden Jahren wird der Platzbedarf weiter zunehmen. Um den Bildungsantrag zu erfüllen, müsse die Dreifachturnhalle gebaut werden.

Eingangsbereich mit Foyer

Das Bauwerk, ausgearbeitet vom Zürcher Büro Nägele Twerenbold Architekten, kommt an der Geländekante zwischen den bestehenden Sportplätzen der Schulanlage und den tiefer gelegenen Aussenbereichen der Margelstrasse zu stehen. Die Dreifachhalle wird dreigeschossig und behindertengerecht. Während sich im Parterre das Eingangsgeschoss, das Foyer und der Zuschauerbereich befinden, kommen im darunterliegenden Zwischengeschoss die Garderoben und die WC-Anlagen zu stehen. Auf der Höhe des Hallenbodens sind Geräte- und Technikräume geplant. Die Aussenwände des neuen Turnhallentrakts werden in Anlehnung an die in den 1960er-Jahren erstellte Schulanlage aus Sichtbeton gebaut, als Dach ist ein Scheddach vorgesehen – eines mit einer sägeartigen Silhouette. Das Gebäude erfüllt die Minergie-Anforderungen und wird durch die bestehende Holzschnitzel-/Gasheizung der Schulanlage beheizt.

«Wir bauen die Halle zwar für die Schule, doch auch die Vereine werden etwas davon haben», sagt Markus Dieth. Denn: Das Gebäude erhält eine Sprunggrube und Wettkampfturngeräte. Man schaffe nicht nur gute Trainingsmöglichkeiten für den Turnverein und andere Gruppen, sondern die Halle werde dadurch auch wettkampftauglich. Urs Heimgartner, Leiter Bau und Planung, ergänzt, dass nur Anlässe mit maximal 150 Zuschauern ausgetragen werden dürfen, «auch, weil das Gebäude mitten im Wohnquartier liegt».

Mit dem Bau der Dreifachturnhalle wird auch der Aussenraum aufgebessert: So entstehen ein zusätzliches Gebäude für die Aussenturngeräte sowie 125 überdachte Veloabstellplätze. Weiter ist ein Weg entlang der Spielwiese zwischen Turnhalle und Feldeggstrasse geplant, ebenso eine flache Rampe für Rollstuhlfahrer westlich des neuen Gebäudes.

Gesamtkosten von 14,7 Mio.

Für die Dreifachturnhalle hat der Einwohnerrat 2014 bereits einen Projektierungskredit von 1,9 Millionen Franken bewilligt. Mit dem nun beantragten Baukredit von 12,8 Mio. belaufen sich die Kosten auf insgesamt rund 14,7 Mio. Franken. «Das Projekt führt zu keinen negativen Auswirkungen auf den Steuerfuss. Die Finanzierung ist sichergestellt», schreibt der Gemeinderat in seiner Vorlage. Weil die Halle abends und an den Wochenenden von Sportvereinen benutzt wird, erwartet die Gemeinde zudem einen Beitrag vom Swisslos-Sportfonds.

Genehmigt der Einwohnerrat den Baukredit, wird kurz darauf das Baugesuch aufgelegt. Danach gelangt das Projekt am 12. Februar 2017 vors Stimmvolk. Sagt es Ja zur Dreifachturnhalle, kann – nach erteilter Baubewilligung – das Totalunternehmen Implenia AG die Arbeiten im Mai 2017 in Angriff nehmen. Die Anlage soll rechtzeitig auf das Schuljahr 2018/2019 fertiggestellt sein.

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