Anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums von Ennetbaden nahmen am Samstag rund 100 Personen an einer Grenzwanderung teil, die letztmals so vor 25 Jahren durchgeführt wurde. Auch der Stadtammann von Baden, Markus Schneider und der Freienwiler Gemeinderat Urs Rey wanderten an diesem Jubiläumsanlass mit. Der Ennetbadener Gemeinderat Dominik Kramer schlüpfte zudem temporär in die Rolle des Wanderleiters, während andere Behördenvertreter die hungrigen und durstigen Wanderer auf einer Zwischenstation sowie beim Rastplatz Merian verpflegten.

Die Wanderung begann zwar bei frühsommerlichem Wetter, aber ein zwischenzeitlicher heftiger Regenschauer verwandelte die Wandergruppe in ein buntes Potpourri aus zahlreichen Regenschirmen und Windjacken. Weil die meisten Wanderer wettermässig gut ausgerüstet waren, liefen sie tapfer weiter. Frei nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Mitorganisatorin Monika Peter sagte dazu: «Der Waldumgang – dieses Jahr Bestandteil der Grenzwanderung – ist für viele Tradition, egal bei welchem Wetter.» Die Organisatoren haben die Wanderung auch für Familien und ältere Leute geplant, weshalb man für die rund sieben Kilometer lange Strecke zwei Routen angeboten hat: Trittsichere konnten die Grenze auf dem Grat ablaufen, für alle anderen gab es einen Kinderwagen gerechten Weg.

Pius Moser erklärt auf der Grenzwanderung Ennetbaden die Blumenwelt.

Pius Moser erklärt auf der Grenzwanderung Ennetbaden die Blumenwelt.

Was hat es mit den Bärten auf sich?

Ein Wanderweg verläuft aber nie genau auf einer Grenze: Nur auf der Krete des Geissbergs konnte man links beziehungsweise rechts auf verschiedene Gemeinde blicken. Für die meisten Teilnehmer standen aber ohnehin der Spass am Wandern und die freundschaftlichen Begegnungen im Vordergrund. An verschiedenen Stationen gab es Kurzreferate zu Natur und Geologie. So haben etwa Vertreter der Stadtökologie Baden über die Bedeutung von Magerwiesen und Wildbienen berichtet. Und eine Ennetbadener Grenzwanderung wäre keine Ennetbadener Wanderung, wenn diese am Schluss nicht in den Weinbergen geendet hätte. Dort referierte Winzer Michael Wetzel vom Weingut Goldwand über die Weinberge Ennetbadens. Die Jurahänge, die nicht nur Ennetbaden landschaftlich prägen, werden durch die steile Neigung optimal besonnt und ermöglichen so den Qualitätswein.

Letztlich war nicht nur Weg das Ziel der Wanderung, sondern vor allem der Endpunkt: der Rastplatz Merian. Dort liessen es sich die 100 Personen bei Wurst, Wein oder Mineralwasser gut gehen. Gleichzeitig gab es einen Vorgeschmack auf weitere Festivitäten im Rahmen des 200-Jahre-Jubiläums von Ennetbaden: So hat man schon einige Behördenvertreter mit Bärten gesehen. Im Juni findet in Ennetbaden statt der üblichen Sommergmeind eine Landsgemeinde unter freiem Himmel statt. Dieser Anlass soll auch eine Zeitreise in vergangene Tage mit Kutschen und dunklen Anzügen werden. Und dazu braucht es eben bärtige Männer.