Baden
Eine grüne Insel inmitten der blauen Stadt: Es ist St. Patrick’s Day

Der irische Feiertag St. Patrick’s Day ist auch in unseren Längengraden ausgiebig gefeiert worden. Grün und Folk dominiert, das Bier fliesst in Strömen.

Philippe Neidhart
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Nur wer im Pub einen Platz fand, konnte dem Konzert mit Irish Folk beiwohnen
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Für das Personal bedeutet es viel und möglichst rationell arbeiten
Feiern mit Filzhüten und viel Guinness
Auf beiden Seiten des Tresen war einiges los

Nur wer im Pub einen Platz fand, konnte dem Konzert mit Irish Folk beiwohnen

Beim Gang durch das Badener Stadttor steigt der Geräuschpegel gewaltig an. Vor dem «Mr. Pickwick Pub» hat sich eine grosse Menschentraube gebildet. Dominiert wird das Bild von hohen grün-schwarzen Stoffhüten in Form eines Kleeblattes. Beim Gang durch die Menge fällt auf, dass vorwiegend Englisch gesprochen wird. Die Farbe grün dominiert – sogar das Wassers des Löwenbrunnens vor dem Pub wurde eingefärbt.

Ein Fest für alle

Im Pub selbst ist ein Durchkommen kaum mehr möglich, an der Bar ein Bier zu holen, wird zur Tortur. Auf der Bühne stehen zwei junge Männer, die abwechselnd Gitarre, Mandoline, dann wieder mit der für irischen Folk typischen Metallflöte, der Tin-Whistle, ihre Songs präsentieren. Zuschauer jeden Alters tanzen ausgelassen und singen mit.

Einer von ihnen ist der Ire William White. Der Architekt lebt bereits seit fünf Jahren in der Schweiz und geniesst den St. Patrick’s Day jedes Jahr aufs neue. «Die Stimmung hier ist einfach wunderbar», sagt White und hebt das Bier zum Grusse. «Am St. Patrick’s Day sind wir alle Freunde.» Für ihn muss man kein Ire sein, um diesen Tag gebührend zu feiern: «Es spielt keine Rolle, woher man kommt, alle tanzen zusammen, alle stossen miteinander an.»

Bereits ist Mitternacht vorüber, und noch immer stehen im und um das «Mr. Pickwick» viele Leute. Immer wieder tragen Mitarbeiter des Pubs gefährlich hohe Stapel von Biergläsern hinter den Tresen. Auch White geniesst das Bad in der Menge und kommt mit den Leuten ins Gespräch. Heimweh kommt bei dem Iren an diesem Abend kaum auf, schliesslich sei die Gesellschaft hier genial. Ausserdem habe es einen grossen Vorteil, am St. Patrick’s Day in der Schweiz zu sein: In Whites Heimat wäre kaum daran zu denken, erst am Abend dieses Tages in den Ausgang zu gehen: «In Dublin ist es ab Mittag beinahe unmöglich, noch in ein Pub reinzukommen.» Hier könne man den Tag hindurch ausspannen.

Ausnahmezustand fürs Personal

Anders sieht es für das Pub-Personal aus. Für sie bedeutet ein solcher Anlass den regelrechten Ausnahmezustand. «Eine Zeit lang hatten wir nicht einmal mehr genug Gläser», sagt Tobias Ackermann, der an diesem Abend hinter dem Tresen stand. «Ehemalige Mitarbeiter sind kurzfristig eingesprungen und helfen mit, den Ansturm zu bewältigen.» Nun ist es nach zwei Uhr morgens und die letzten Gäste machen sich auf den Heimweg. Ackermann freut sich: «Jetzt habe ich endlich Zeit, um selbst noch ein Bier zu trinken.»

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