«Peter Madsen’s CIA-Trio» brachte am Montag Musiker aus den USA und Österreich ins Stadtbistro Isebähnli: Mit dem amerikanischen Pianisten Peter Madsen musizierten beim Konzert des Vereins Jazz in Baden der Bassist Herwig Hammerl und der Schlagzeuger Alfred Vogel aus dem Vorarlberg.

«CIA» steht hier für «Collective of Improvising Artists»; das Trio ist eine von mehreren Formationen Madsens innerhalb dieses Musiker-Kollektivs. Man glaubt nach dem fulminanten «Isebähnli»-Konzert gerne, dass der umtriebige Madsen einen grossen Musiker-Pool braucht, um all seine Ideen und Projekte verwirklichen zu können.

Es sei schon in Ordnung, wenn man ihn nicht kenne, erklärte Peter Madsen treuherzig, als er sich dem Publikum vorstellte. Er habe in seiner vierzigjährigen Karriere fast ausschliesslich als Begleitpianist und Arrangeur für namhafte, weltbekannte Solisten gearbeitet und präsentiere sich erst jetzt mit der eigenen Musik.

Und wie er das tut, der Pendler zwischen New York und dem Vorarlberg. Eine hochdramatische Musik mit viel Fantasie, stilistischer Breite und emotionaler Tiefe präsentierte er dem Publikum. Im ersten Konzertteil spielte das Trio ausschliesslich Elvis-Presley-Songs: «Jailhouse Rock», «Surrender», «Falling In Love». Wie diese Rock-’n’-Roll-Hits als Vorlage zu hochsensiblen modernen Jazz-Improvisationen dienen können, muss man gehört haben!

Nach der Pause stellte Madsen Eigenkompositionen vor sowie Bearbeitungen von Stücken Thelonious Monks und Charles Mingus’. Hier wie bei den Presley-Titeln kam Peter Madsens stilistisches Repertoire umfassend zum Tragen, reichte von freejazzigen Clustern über Bebop bis hin zur Selbstversunkenheit in der Art Bill Evans. Doch ist bei Madsen stets noch eine orchestrale Komponente übergestülpt, seine Improvisationen sind weniger linear als füllig, verbandeln Zupackendes mit Verklärtem.

Gerade die markant strukturierten Presley-Songs verlangten präzises Zusammenspiel der Triopartner. Schlagzeuger Alfred Vogel erwies sich als recht dominanter, eifrig pulsierender Drummer, der mit dem Pianisten perfekt harmonierte und dynamisch beweglich agierte. Bassist Herwig Hammerls Spiel wiederum war raumfüllend gross und voller melodischer Feinheiten. Über allem stand die kollektive Gestaltung, das traumwandlerisch akkurate Wechselspiel zwischen den drei Musikern, welches das Konzert zu einem Erlebnis machte. Und natürlich: Peter Madsen wird sich in Baden nie mehr als kaum bekannter Musiker vorstellen müssen.