Brugg/Würenlos

Eine musikalische Reise in die glorreichen 50er-Jahre

Rampensäue und das Herz der Rock-’n’-Roll-Band: Gitarrist Ueli Hofstetter alias Buster Kay und Sängerin Sandra Erne alias Bonnie. rockpearlandbluesdrop

Rampensäue und das Herz der Rock-’n’-Roll-Band: Gitarrist Ueli Hofstetter alias Buster Kay und Sängerin Sandra Erne alias Bonnie. rockpearlandbluesdrop

Die Aargauer Band Bonnie and the Groove Cats lädt in Brugg und Würenlos zu vier grossen Rock’-n’-Roll-Revuen. 16 Musiker, Tänzer und Storyteller erzählen die Geschichte der Kunstfigur Bonnie, wie sie sich vom Land aufmachte, die Stadt zu erobern.

Die Kunstfigur Bonnie ist 1926 in den USA geboren. Ihre Band wurde aber erst vor knapp drei Jahren im Aargau gegründet. Im August erschien bereits das zweite Album «Little Pieces of Rock ’n’ Roll». Doch «Bonnie and the Groove Cats» wollen mehr und haben einen grossen Traum: Einmal mit einer Musik-Show in Las Vegas auftreten.

Dafür hat die Aargauer Band regelrecht einen Businessplan aufgestellt, spielt über 40 Konzerte pro Jahr und überlässt nichts dem Zufall. «Der Weg ist aber das Wichtige. Wir machen einfach vorwärts – mit vielen Ideen und Visionen», sagt Gitarrist und Komponist Ueli Hofstetter alias Buster Kay. Der Lupfiger ist mit der Ennetbadenerin Sängerin Sandra Erne alias Bonnie der feste Kern und die treibende Kraft der ehemals vierköpfigen Band. «Mit ein paar guten Konzerten ist es nicht getan», sagt Bonnie, «wir wollen wahrhaftiges Entertainment bieten». Dies tun sie nun mit einer grossen Rock-’n’-Roll-Revue an je zwei Abenden in Brugg und Würenlos.

Eine Reise durch Bonnies Leben

Die Idee für die Revue «Bonnie’s World» entstand bereits im Herbst 2013. «Wir erzählen eine Geschichte, eine
Roadstory», erklärt Hofstetter, «und untermalen verschiedene Szenen aus Bonnies Leben mit der passenden Musik». Bonnie und Buster Kay trafen sich erstmals an einem verregneten Tag in den 1950ern auf dem Dach eines Hochhauses. Statt ihrem Leben wie geplant mit einem Sprung ein Ende zu setzen, gründeten sie gemeinsam Bonnie and the Groove Cats. Das Musiktheater widmet sich nun der Zeit davor und erzählt, wie Bonnie vom Land in die Stadt kam. Michel Erismann, bekannter ehemaliger Moderator bei Radio Argovia, führt als Storyteller durch den Abend.

Bonnie & The groove Cats - Train Kept A Rollin'

«Mit dem Konzept schaffen wir Authentizität», sagt Bonnie, die sich stets im Stil der 50er-Jahre kleidet und schminkt. «Das Visuelle spielt beim Unterhalten eine wichtige Rolle – die Verbindung von Hören und Sehen ist eminent», sagt die zweifache Mutter, die im echten Leben Psychologie studierte und an der Fachhochschule Brugg unterrichtet.

Ueli Hofstetter alias Buster Kay zupft neuerdings an den Saiten des Kontrabasses, an Gitarre und Schlagzeug sind mit dem Solothurner Didi Meier und dem Aarauer Drummer Fabio Vezzio zwei erfahrene, lokale Musiker dazu gestossen. Das Quartett wird auf der passend dekorierten Bühne mit einem Bläser-Trio, vier Tänzerinnen von «House of Dance» in Unterentfelden und vier Stepptänzer von «Tap & Crazy Wettingen» ergänzt. Sie werden zusammen 40 bis 50 Songs performen.

Darunter werden viele Eigenkompositionen in Mundart und Englisch, aber auch Cover-Songs von Rock-’n’-Roll-Klassikern sein. «Wir sind aber keine puristische Rockabilly- oder R-’n’-R-Band», betont Hofstetter, der hauptsächlich komponiert. «In unserer Musik experimentieren wir mit zeitgenössischen Einflüssen.» Auf einen Stil wollen sich Bonnie and the Groove Cats nicht reduzieren lassen: «Schubladisieren passt nicht zu uns.» So wird es an der Revue auch Country, Funk, Pop, Blues und Soul zu hören geben – im Zentrum steht das Zeitalter. «Ich will auf der Bühne vor allem die Lebensfreude und Aufbruchsstimmung der 50er-Jahre vermitteln», sagt Bonnie. Im digitalen Zeitalter sei vieles entmystifiziert, ergänzt Buster Kay, «deshalb machen wir bewusst einen Schritt zurück in diese bewegende Zeit».

Mehr Revuen und neues Album

Ueli Hofstetter ist durch und durch Musiker und tourte schon mit Tinkabelle und anderen Bands. Die Revue will er nicht als eine Abkehr vom klassischen Konzert verstehen. «Die Musik ist unser Transportmittel», sagt der 50-Jährige, «die Form spielt keine Rolle.» Diese Flexibilität braucht das Duo Erne/Hofstetter auch, wenn sie ihren Traum von Las Vegas verwirklichen wollen. «Wir sind bei keinem grossen Label, sondern machen alles selber, vom Booking bis zur Vermarktung.» Deshalb machten sie auch jedes Jahr einen konkreten Businessplan. «Das ist unser Anker», sagt Ueli Hofstetter, «denn wenn man etwas ansagt, muss man es dann auch durchziehen.»

Für 2015 ist im Januar bereits eine weitere Revue geplant. Und ein drittes Album? «Ja sicher, im Herbst», sagt Hofstetter, «aber anders.» Das heisst, dass nicht wie bisher im Studio oder Bandraum aufgenommen wird. «Eher an einem schönen Ort, vielleicht in einem Strandhaus, auf den Bahamas oder in Kalifornien.»

Bonnie & the groove Cats - Vergiss es

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