Baden
Eine Rally: Vier Badener fahren mit dem Kleinbus von London in die Mongolei

Vier Stundeten haben Grosses vor: In sieben Wochen wollen sie von London aus in die Mongolei fahren – als «Team Mustache» an einer Charity Rally. Ihr Ziel ist, mit ihrem Bus sowie finanzielle Spenden mongolische Hilfsorganisationen zu unterstützen.

Luca Belci
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Bis zum Start wollen sich Tobias Auer, Adrian Boller, Hannes Merker und Laurent Sauvin einen Schnauz wachsen lassen.

Bis zum Start wollen sich Tobias Auer, Adrian Boller, Hannes Merker und Laurent Sauvin einen Schnauz wachsen lassen.

Luca Belci

Die Reise von England in die Mongolei führt die Studenten Tobias Auer, Adrian Boller, Hannes Merker und Laurent Sauvin auf 15 000 Kilometern durch 17 Länder und dauert 7 Wochen. Das Unterfangen scheint beinahe unmöglich zu sein. Doch nach einer 17-monatigen Planung und mit sechs Visa im Gepäck nehmen die Badener diese Herausforderung an: Die vier Pfadfinder reisen am 3. Juli nach London, um zwei Tage später von dort die «Mongolia Charity Rally» zu beginnen.

Sie nennen sich «Team Moustache». «Der Name ist spontan entstanden. Bis zum Start werden wir uns alle einen Schnauz wachsen lassen», sagt Auer. Ziel der jährlich stattfindenden Rallye ist es, mit einem Fahrzeug und finanziellen Spenden mongolische Hilfsorganisationen zu unterstützen.

Der Transport des Fahrzeugs findet als Rallye statt, wobei jedes Team seine Route frei wählen darf. Viele der Gruppen bereisen Länder, die als unsicher gelten. Die Organisatoren betonen: «Es gibt kein Back-up, da draussen seid ihr alleine.»

Teammitglied Adrian Boller erklärt: «Wir werden den umgebauten Kleinbus einem Therapiezentrum für behinderte Kinder und Jugendliche spenden. Dieses wird unser Fahrzeug zum Transport behinderter Kinder nutzen.» Die gezielte Verwendung gebe dem «Team Moustache» eine zusätzliche Motivation, ergänzt er.

«Distanzen selber erfahren»

Wenige Tage vor dem Rallye-Start sei die Vorfreude riesig, sagen die vier Badener. «Die Begegnungen mit den verschiedenen Kulturen werden besonders eindrücklich», sagt Sauvin.

Hannes Merker, der «Teamarzt», fügt hinzu: «Die Gelegenheit ist einmalig. Bereits in einem Jahr haben alle das Studium abgeschlossen.» Dann wäre ein solches Abenteuer nicht mehr möglich. Das ganze Team ist sich einig: «Die Distanzen am eigenen Leib zu erfahren, wird ein aussergewöhnliches Erlebnis.»

Die Teilnahme an der «Mongolia Charity Rally» bedarf einer grossen Vorbereitung. Diese hatte bereits im Februar letzten Jahres begonnen: «Wir investierten viel Zeit in die Suche nach Sponsoren», sagt Auer.

Sie seien dabei sehr erfolgreich gewesen: «Wir können mit den Geldern nicht nur das Auto und die Importzölle finanzieren, sondern auch eine Spende von mehreren tausend Franken überbringen.» Die Kosten für Benzin, Visa und Reise würden sie selber berappen.

Der Kleinbus, ein Toyota Hiace aus dem Jahr 2008, hat bereits 270 000 Kilometer auf dem Buckel. Das sei aber kein Problem, versichern die vier Mitglieder unisono. «Wir haben die Marke bewusst gewählt, da die Ersatzteile in Asien einfach zu finden sind», sagt Sauvin.

Was können sie bei Pannen unternehmen? Laurent Sauvin, der schon mehrere Monate in einer Autogarage in Ghana gearbeitet hat, erklärt: «Bei solchen Bedingungen sind neben dem Ersatzrad ein Keilriemen und ein zweiter Dieselfilter unerlässlich.» Die Strassen seien besonders auf den letzten 5000 Kilometern mehrheitlich unbefestigt.

Andere Länder, andere Sitten

Die Route führt das Team unter anderem durch den Iran, Turkmenistan und Kirgistan. Dabei gebe es einiges zu beachten: «Wir mussten uns alle gegen diverse Krankheiten impfen lassen», sagt Merker.

Der Iran bringe weitere Hürden mit sich: «Dazu zählen die Fingerabdrücke für das Visum und das strikte Alkoholverbot», sagt Auer. Weiter würden keine Kreditkarten akzeptiert, paradoxerweise seien US-Dollars gern gesehen.

In weniger als zwei Wochen startet das «Team Moustache» als eines von 34 Gruppen in das Abenteuer der «Mongolia Charity Rally». Bis zum 22. August wollen sie das Ziel in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar erreichen. Auf der siebenwöchigen Reise gebe es zahlreiche Städte und Landschaften zu besichtigen. «Das werden wir uns nicht entgehen lassen», sagt Boller.

Übrigens: Trotz aller Impfungen seien sie sich der grössten Gefahr sehr bewusst: «Der asiatische Verkehr soll es in sich haben», sagt Adrian Boller.

Auf ihrer Website kann das «Team Moustache» auf seiner Reise live verfolgt werden.

Informationen zur «Mongolia Charity Rally» finden Sie hier.

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