Nachdem sie schon 2013 mit ihrem Programm «Tanz durch Europa» das Publikum in der Villa Boveri in Baden begeistert hatten, kehren die beiden Pianistinnen Gala Gurinovich und Monika Mockovcakova mit «Musikalischen Souvenirs» an diese beliebte Konzertstätte zurück. Diesmal stehen Raritäten von Brahms, Grieg, Samuel Barber und von zwei hervorragenden Schweizer Komponisten auf dem Programm: Hans Huber und Arthur Honegger.

Doch wer steht hinter diesem Programm und dem selber organisierten Konzert? Es ist die 1966 im russischen Omsk geborene Pianistin und Musikpädagogin Gala Gurinovich, die seit drei Jahren in Baden lebt und an einer internationalen Schule in Zug unterrichtet. Die Mutter zweier Töchter ist mit dem SRF-Journalisten Tilman Lingner verheiratet und nennt als Hobbys das Gestalten von Schmuck und Tanzen. Seit ein paar Jahren bildet sie mit der slowakischen Pianistin Monika Mockovcakova eines der interessantesten Klavierduos. Kennen gelernt haben sich die beiden Musikerinnen in Washington D. C., zu Proben treffen sie sich jeweils in Bratislava.

Das Duo gibt sich nicht mit den bekannten Meisterwerken der vierhändigen Literatur aus Klassik und Romantik zufrieden. Es setzt sich engagiert für Repertoirelücken ein, um die Auftritte stets unter ein Motto oder Thema zu stellen. Zu den aktuellen «Musikalischen Souvenirs» wurde es durch einen Zufallsfund angeregt: Monika Mockovcakova war in einem Geschäft in ihrer Heimatstadt Bratislava auf die vierhändige Ballettsuite «Souvenirs» op. 28 des Amerikaners Samuel Barber gestossen. Auf der Suche nach weiteren Erinnerungsstücken kamen bald die «Erinnerung» des mährischen Komponisten Leoš Janáček und das «Souvenir de Chopin» für Klavier solo von Arthur Honegger hinzu. Gala Gurinovich spielt dieses Solostück als Beitrag aus ihrer neuen Schweizer Heimat, nachdem sie lange in Israel und in den USA gelebt hatte. Als pianistisch attraktive Entdeckung erwiesen sich auch die Zehn Ländler «Vom Luzernersee» op. 47 von Hans Huber, einem zwischen Aarau und Schönenwerd geborenen Schweizer Spätromantiker von starker Eigenart. Weil sich Gala Gurinovich die stürmisch bewegten Stücke nicht erklären konnte, fuhr sie eigens an den Vierwaldstättersee. Dort liess sie sich sagen, wie heftig Stürme toben und die Wellen aufpeitschen können.

So spielen also die beiden Pianistinnen gewissermassen verinnerlichte Landschaften mit Gewitterszenen, um andererseits mit Volksliedbearbeitungen aufzuwarten. Um solche handelt es sich bei den Fantasien «Souvenir de la Russie», die Johannes Brahms unter dem Pseudonym G. W. Marks erscheinen liess. Beiden Pianistinnen ist es ein Anliegen, nicht nur ihre inneren Bilder zum Ausdruck zu bringen, sondern solche auch in den Zuhörerinnen und Zuhörern zu wecken.

Konzert «Musikalische Souvenirs» Gala Gurinovich und Monika Mockovcakova, Klavier. Sa 2.5., 18 Uhr, Villa Boveri, Baden.