Die Landstrasse ist die Hauptverkehrsachse durch Wettingen, eine Art Visitenkarte der Gemeinde. Hier fahren täglich bis zu 10 000 Fahrzeuge durch, inklusive Schwerverkehr. Doch der Zustand der Strasse ist nicht nur sanierungswürdig, die Landstrasse wirkt allgemein wenig attraktiv. Um das zu ändern, entwickelte die Gemeinde gemeinsam mit der Bevölkerung zwischen 2011 und 2014 den «Masterplan Landstrasse».

Die erste Massnahme aus diesem Masterplan ist die Instandstellung und Aufwertung der unteren Landstrasse, die vom sogenannten Rabenkreisel bei der Staffelstrasse bis zur Grenze zu Baden führt. Dieser rund 500 Meter lange Strassenabschnitt der insgesamt zwei Kilometer langen Landstrasse werde nun als zweite Etappe in Angriff genommen, erklärte Gemeinderätin Kirsten Ernst (SP) an einer Medienorientierung: «Die erste Etappe wurde 2005 zwischen Rabenkreisel und Centerpassage gemacht.» Diese wurde noch im Rahmen der Projektstudie «Neugestaltung Landstrasse Wettingen» (1999) realisiert. Der bewilligte Betrag damals: 6,5 Millionen Franken. Im Zuge dieser Sanierung entstanden auch die beiden Kreisel an der Alberich-Zwyssig- sowie an der Staffelstrasse (Rabenkreisel).

Höhere Kosten 

«Alles» soll gemacht werden, so Kirsten Ernst, die das Projekt im Bereich Tiefbau begleitet: «Der ganze Unterbau, die Neugestaltung des Strassenraums bis hin zu den Fassaden. Zudem braucht es dringend eine Sanierung der Kanalisation.» Alle Werkleitungen werden erneuert, Wasser, Strom, Gas und Telekommunikationsleitungen: «Das machen wir alles zeitgleich.»

Zudem werde die Strasse zu einer Kernfahrbahn mit beidseitigen Fahrradstreifen ausgebaut, um die Situation für Radfahrer zu verbessern. Damit der Charakter der «Gartenstadt Wettingen» bewahrt wird, sollen punktuell 21 Hochstammbäume gepflanzt werden. Die vier bestehenden Bushaltestellen werden behindertengerecht umgebaut und alle Beleuchtungen auf LED umgerüstet. «Die Zebrastreifen werden grundsätzlich beibehalten, können aber leichte Verschiebungen erfahren. Und im Bereich Kino Elite wird ein zusätzlicher Fussgängerstreifen erstellt», ist dem Beschrieb im Kreditbegehren zu entnehmen.

Der Rabenkreisel habe sich ausserdem in der Zwischenzeit als Unfallschwerpunkt herauskristallisiert. Laut Kirsten Ernst gab es immer wieder kleinere Autoschäden, weshalb mit der Aufweitung des Innenrings die Verkehrssicherheit im Kreisel erhöht werden soll. Anders als bei der ersten Etappe 2005, als der ganze Abschnitt innerhalb weniger Monate – bei Vollsperrung – saniert wurde, würde nun der Durchgangsverkehr im Einbahnsystem betrieben und der Gegenverkehr über die Schartenstrasse geführt.

Kanton beteiligt sich

Die Kosten für Sanierung und Neugestaltung muss die Gemeinde nicht alleine tragen: «Wir stecken in einem Korsett mit dem Kanton», sagte Gemeindeammann Roland Kuster (CVP). Da es sich bei der Landstrasse um eine Kantonsstrasse handelt, beteiligt sich der Kanton an der Strassensanierung — mit einem Anteil von 40 Prozent. Wettingen muss einen Betrag von 8,1 Millionen Franken sicherstellen. Insgesamt würden sich die Kosten auf 12,3 Millionen Franken belaufen. Für die Erneuerung der Werkleitungen Elektrizität und Wasser muss das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) 1,2 Millionen Franken beisteuern sowie die UPC 124 000 Franken für ihre Leitungen.

Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren. Baubeginn wäre im Jahr 2021. Ernst bezeichnete dies aber als «sportliche Aussage». Erst muss der Einwohnerrat das Kreditbegehren annehmen und wegen der Betragshöhe darf auch die Bevölkerung mitreden. Wenn alles nach Plan läuft, kann diese am 19. Mai über das Kreditbegehren abstimmen. Kurz davor ist eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant.