Baden/Utrecht/Rastatt
Eine Sonderausstellung zum Frieden von Baden 1714

Vor 300 Jahren endete der Spanische Erbfolgekrieg mit Friedensbeschlüssen in drei europäischen Städten, unter anderem Baden. Museen dieser Orte spannen nun für eine Sonderausstellung zusammen.

Pirmin Kramer
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Die Abgeordneten des Badener Friedenskongresses, gemalt von Johann Rudolf Huber (Bild in Versailles).ZVG

Die Abgeordneten des Badener Friedenskongresses, gemalt von Johann Rudolf Huber (Bild in Versailles).ZVG

Der Erbkonflikt um das Reich des letzten spanischen Habsburgerkönigs Karl II. führte 1701 zu einem Krieg, den das historische Lexikon der Schweiz als ersten transatlantischen Weltkrieg bezeichnet. Während gut eines Jahrzehnts kam es zu militärischen Konflikten, ehe der Erbfolgekrieg mit Friedensbeschlüssen in Utrecht, Rastatt und Baden beendet wurde.

Die Museen dieser drei Städte sowie von Madrid spannen nun in einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt zusammen. Alle vier Museen widmen dem Thema «Friedensstädte 1713/1714» eine grosse Sonderausstellung.

Den Auftakt macht Utrecht mit einer Vernissage, die nächste Woche am 12. April beginnt. Auch Schweizer Exponate werden ausgestellt – eine Badener Delegation wird sie per Eisenbahn nach Holland bringen. Zu sehen sein werden unter anderem ein Kupferstich von Baden sowie eine Gedenkmünze, schreibt die Stadt Baden in einem Communiqué.

Ausstellung in Baden 2014

Jedes Museum setzt einen regionalen Schwerpunkt. In Baden wird ab September 2014 am Beispiel des Spanischen Erbfolgekrieges die eidgenössische Geschichte in einen europäischen Kontext gesetzt. Umrahmt wird die Ausstellung von einem Begleitprogramm mit aktuellen Bezügen zum Thema «Schweizer Diplomatie».

Der Kongress habe sich zwar eher mit sekundären Streitfragen befasst, schreibt Historiker Rolf Stücheli in seinem Aufsatz «Der europäische Friede von Baden 1714». Der Badener Friede könne aber als gelungener Ausgangspunkt einer schweizerischen Aussenpolitik der Disponibilität für gute Dienste an der Staatengemeinschaft gelten.

Warum trafen sich die Diplomaten ausgerechnet in Baden? Der abschliessende Reichsfriede sollte auf unberührtem Schweizer Boden veranstaltet werden, schreibt Historiker Stücheli. Frankreichs Sonnenkönig Louis XIV. habe sich gegen Frauenfeld und Schaffhausen, aber für die katholische, diplomatisch vertraute Tagsatzungsstadt Baden entschieden.

Der historische Thermalkurort an der Limmat habe für die Tradition exzellenter Gastfreundschaft und sozialer Kontakte gestanden, schreibt Historiker Stücheli. «Dass nicht nur die festerprobte Stadt und ihre Bevölkerung, sondern auch die warmen Quellen nach Baden lockten, ist kein Geheimnis», schreibt die Stadt im Communiqué. «Hier konnten die Diplomaten mit ihren Damen der Muse frönen.»

Vernissagen: Utrecht 12. April 2013, Madrid 22. Oktober 2013, Rastatt 15. Februar 2014, Baden 7. September 2014. Neuer Katalog ab April 2013 im Historischen Museum erhältlich.