Der Countdown für die Zusammenlegung der fünf Spitex-Vereine Baden-Ennetbaden, Gebenstorf-Turgi, Obersiggenthal, Untersiggenthal und Würenlingen ist gestartet. Per Januar 2019 werden sie als Spitex Unteres Limmattal mit 150 Mitarbeitenden sieben Gemeinden mit insgesamt 50 000 Einwohnern versorgen.

Für die Klientinnen und Klienten ändere sich am wenigsten, nimmt Therese Schneider, Vorsitzende des Steuerungsausschusses, Präsidentin der Spitex Obersiggenthal, schon vorweg. Gelte es doch weiterhin, den Verbleib in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich gewährleisten zu können. Die verschiedenen Organisationen würden schon seit längerer Zeit von Fall zu Fall operativ zusammenarbeiten, so auch bei den elektronischen Patientendateien und der Personaladministration und dem Personalaustausch bei Kapazitätsproblemen, erklärt sie.

«Wir haben bereits im Jahr 2010 an der Präsidentenkonferenz erkannt, dass die Spitex in den einzelnen Gemeinden langsam an ihre Grenzen gelangen.» Damit spricht Schneider das wachsende Bedürfnis der Menschen an, so lange wie möglich zu Hause zu leben, womit die Anforderungen an die Spitex steigen würden. «Bei Leistungen der Palliative Care wie Nachtwache, psychiatrische Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz erreichen wir mit der neuen Organisation eine Grössenordnung, die einen effizienten Einsatz von Spitex-Fachkräften ermöglicht», sieht Schneider die Vorteile.

Ende November wurde das Projekt «Spitex Unteres Limmattal» gestartet. Der Fusionsprozess wird von einem Steuerungsausschuss begleitet, in dem die Vorstände und die Stützpunktleitungen der fünf heutigen Organisationen vertreten sind. In verschiedenen Teilprojekten sollen die Grundlagen unter anderem für das Dienstleistungsangebot, Strategie und Organisation erarbeitet werden. Auf deren Basis werden die Spitexvereine sowie die Gemeinden, die per Gesetz deren Defizite zu tragen haben, im Jahr 2018 über einen Zusammenschluss entscheiden können. Die Spitex Unteres Limmattal soll per 1. Januar 2019 ihre Arbeit aufnehmen.

Fusion wird begrüsst

«Wir haben schon einige Vorabklärungen getroffen», sagt Schneider. Die Gemeinderäte der involvierten Spitex-Gemeinden und die Mitarbeiterinnen der Spitexvereine seien informiert. «Bis jetzt stehen alle hinter dem Zusammenschlussprojekt.» Mit Jürg Brändli hat man einen externen Projektleiter beigezogen, der bereits mehrere Spitex-Organisationen erfolgreich zusammenführte, unter anderem auch die aus zwölf Gemeinden bestehende Spitex Heitersberg.

«Die Kosten werden wohl kaum sinken, jedoch weniger stark steigen, als wenn jede Gemeinde die Probleme eigenständig lösen müsste», erklärt Sander Mallien, Spitex-Präsident von Baden-Ennetbaden. «Durch den Zusammenschluss zu einer grösseren Einheit sind wir besser für die zunehmenden Herausforderungen gerüstet», erklärt er seitens des grössten Fusionspartners der künftigen Spitex Unteres Limmattal. Die Qualität könne gesteigert und den Erfordernissen und gesetzlichen Vorgaben besser Genüge getan werden.

Zu Beginn des Prozesses war auch die Spitex-Organisation Wettingen-Neuenhof eingeladen. Diese orientierte sich allerdings Richtung Killwangen-Spreitenbach, wo jedoch eine Zusammenlegung der beiden Organisationen abgelehnt wurde.