Kommentar
Eine verständliche Forderung

Unsere Einkaufsgewohnheiten haben sich verändert, nicht nur wegen des Internets. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir am Sonntag einkaufen können.

Pirmin Kramer
Pirmin Kramer
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Sonntagsarbeit ist umstritten.

Sonntagsarbeit ist umstritten.

Keystone

Der Sonntag ist trotz Verkaufsverbot schon lange kein Ruhetag mehr. Wir essen in Restaurants und besuchen Fussballspiele im Stadion. Unsere Einkaufsgewohnheiten haben sich verändert, nicht nur wegen des Internets.

Wir besorgen uns abends um 22 Uhr in Tankstellenshops oder am Sonntag im Coop beim Bahnhof noch rasch einige Lebensmittel. Warum sollen wir also nicht auch am Sonntag in den Läden in der Innenstadt einkaufen dürfen?

Der Gewerbeverein «City Com» in der Bäderstadt Baden will das Zentrum zur Tourismuszone erklären und mit diesem Kniff Shopping auch an Sonntagen ermöglichen. Die Bemühungen sind verständlich: Viele Ladenflächen im Zentrum stehen leer.

Das liegt nicht nur an den hohen Mietpreisen, sondern vor allem am Einkaufstourismus und am Online-Handel, der städtischen Gewerbetreibenden zu schaffen macht.

Der Sonntag als zusätzlicher Verkaufstag würde den Ladenbesitzern mehr Umsatzmöglichkeiten bieten. Dies spätestens, wenn das neue Thermalbad steht, Baden wieder eine Tourismusdestination ist und jedes Jahr Hunderttausende Gäste in die Stadt reisen – viele davon sonntags.

Die weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist wohl nur eine Frage der Zeit, und Baden hätte die Möglichkeit, eine Vorreiterrolle zu spielen.

Selbstverständlich darf dies nicht dazu führen, dass nur Händler und Kunden profitieren, die Angestellten hingegen zu den Verlierern werden. Wer am Sonntag arbeitet, muss angemessen finanziell entschädigt oder mit freien Tagen belohnt werden.

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