Spreitenbach

Eine weitere Limmattaler Gemeinde wehrt sich gegen mehr Fluglärm

Spreitenbach wehrt sich gegen das neue Flughafen-Reglement.

Wie Baden Regio hat auch Spreitenbach Einsprache gegen das neue Reglement des Flughafens Zürich erhoben.

Der Gemeindeverbund Baden Regio, dem die 26 Gemeinden des Bezirks Baden angehören, hat letzte Woche gegen die beantragte Änderung des Betriebsreglements des Flughafens Zürich Einsprache erhoben (die AZ berichtete).

Obwohl die Gemeinde Spreitenbach ebenfalls zum Verbund gehört, hat der Gemeinderat entschieden, zusätzlich Einsprache zu erheben. Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) ist sich ziemlich sicher, dass auch noch andere Gemeinden in der Region nachziehen werden: «Der Verbund muss eine ganze Region vertreten und dementsprechend auf andere Punkte eingehen. Unsere Einsprache betrifft nur einen von vielen Punkten.»

Spreitenbach gehe es hauptsächlich darum, eine Doppelbelastung für die Bevölkerung zu verhindern, damit diese nicht unter mehr Fluglärm leidet. So sieht das neue Betriebsreglement vor, Starts prioritär auf der Piste 28 durchzuführen.

Auf der meistgenutzten Piste sollen Flugzeuge morgens früher, ab 6 Uhr, und abends später, bis 22 Uhr, starten können. Die Flüge führten via Furttal direkt nach Westen über das Limmattal.

«Plakativ gesehen fordern wir entweder das eine oder das andere, entweder am Morgen früher oder am Abend später, aber nicht beides», so Schmid.

Mit Wettingen hatte sich bereits im letzten Jahr eine Gemeinde aus dem Gemeindeverbund Baden Regio gegen das neue Betriebsreglement gewehrt (die AZ berichtete). Der Fluglärmexperte beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), Hans-Martin Plüss, hatte damals zur AZ gesagt, dass mit den Reglementänderungen dem Aargau künftig 40 000 Überflüge pro Jahr erspart werden.

Gemeinden auf dem Mutschellen würden entlastet, ebenso Spreitenbach und Bergdietikon: «Allerdings werden die Gemeinden Wettingen und Würenlos stärker durch Fluglärm belastet», sagte Plüss.

Zu wenig ernst genommen?

Das will die Gemeinde Wettingen vermeiden und reichte deshalb 2018 eine Einwendung zu mehreren Punkten ein. «Diese hat natürlich immer noch ihre Gültigkeit», sagt Roland Kuster, Gemeindeammann (CVP) von Wettingen, der auch Präsident des Gemeindeverbunds Baden Regio ist.

In dieser Funktion schrieb er letzte Woche: «Baden Regio hat sich bereits im Rahmen der Anpassung des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt vor einem Jahr gewehrt, wie auch die Aargauer Regierung sowie zahlreiche betroffene Gemeinden und Privatpersonen.

Die Bedenken und Interessen der Bevölkerung im Ostaargau werden offenbar beim Flughafen Zürich sowie den zuständigen Bundesstellen in keiner Weise ernst genommen.» Unter anderem bemängelt der Regionalverbund die neue Lärmberechnung: «Der Fluglärm in der Nacht wird weniger hoch berechnet als bisher. Das bedeutet, dass nachts noch mehr Flieger legal dröhnen dürfen; für die Bevölkerung ein Affront!»

Die Gemeinde Würenlos gehört ebenfalls zum Verbund. Sie wird weiterhin ihrer Linie treu bleiben und nicht auch noch zusätzlich Einsprache erheben.

Für Gemeindeammann Anton Möckel (parteilos) ist die jetzige Lösung mit Baden Regio die effizienteste: «Gemeinsam können wir mehr erreichen.» Es gehe ja um die Belastung von mehreren Ortschaften, keine solle bevorteilt oder benachteiligt werden.

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