Niederrohrdorf
Eine Weltreise in 80 Minuten? – das Harmonieorchester machts möglich

Das Harmonieorchester Rohrdorf ist während dem Konzert im Eiltempo um die Erde geflogen. Unter der Leitung von Roland Zaugg hat es ein breites Musik-Repertoire präsentiert. Jugendliche helfen tüchtig mit, die freien Plätze im Orchester zu füllen.

Miro Müller
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Seraine Kalchofer führte mit Zwischenspielen durchs Programm
7 Bilder
Einige Stücke verlangten dem Orchester eine hohe rhytmische Präzision ab
Niederrohrdorf Harmoniekonzert
Die Tischdekoration war liebevoll selbst gebastelt worden
Der Orchesterpräsident Rolf Gasser sprach zum Abschluss seinen Dank aus
Das Harmonieorchester überraschte mit einer Vielzahl von verschiedenen Musikarten
Roland Zaugg

Seraine Kalchofer führte mit Zwischenspielen durchs Programm

Miro Müller

Im Verlaufe der kulturellen Entwicklung der Menschheit seit dem Mittelalter sind die den Alltag dominierenden Musikgruppen immer kleiner geworden – waren es in der klassischen Zeit noch die grossen Orchester, die die Säle füllten, so wurden daraus anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts die Big Bands des Jazz, und schliesslich spätestens ab den 1970er-Jahren waren es die normalen Bands, die man heute auch am Radio hört und die viele Menschen anlocken sowie ganze Stadien zu füllen vermögen. Dabei könnten die Orchester auch heute noch mit der Musik mithalten – und genau dies bewies das Harmonieorchester Rohrdorf am Samstag.

Welt- und Zeitreise

Das Motto des Konzerts war «In 80 Minuten um die Welt». Dies reflektierte sich auch in den aufwendig gebastelten Tischdekorationen in Form von zusammengesteckten Heissluftballons, Laternen mit Kontinentalmotiv und kleinen Papierschiffchen aus Noten. Auch führte – passend zum Motto als Flight Attendant verkleidet – Seraina Kalchofner durchs Programm und füllte die Pausen zwischen den Stücken mit kleinen Scherzen und Vorlesungen eines «Reisetagebuchs».

Genau genommen handelte es sich dabei allerdings nicht nur um eine Welt-, sondern auch um eine Zeitreise. So wurden vom bekannten, klassischen «Radetzky-Marsch» über Frank Sinatras «New York, New York» bis zum vergleichsweise sehr modernen «Final Countdown» und sogar dem Top-Hit «Gangnam Style» verschiedenste Stücke aufgeführt.

Flexibles Orchester

«Unsere Flexibilität ist wohl eine unserer grössten Stärken», sagte denn auch Roland Zaugg, der das Orchester seit Anfang 2006 dirigiert und musikalisch leitet. «Dank der Vielfältigkeit unseres Orchesters können wir praktisch jedes Stück spielen – und heute ist es zudem dank Internetdatenbanken auch viel einfacher, Partituren für besonders neue Stücke wie «Gangnam Style» zu finden». Auch das Jugendprogramm des Orchesters ist ein weiteres Beispiel für diese Flexibilität: «Für jedes Konzert holen wir um die fünf Jugendliche beispielsweise aus dem Schülerorchester zu unserem Orchester hinzu. Sie proben fünf bis acht Mal mit uns, und spielen dann am Konzert mit», erklärt Zaugg. So kann das Orchester einerseits seine Reihen etwas auffüllen und andererseits den nötigen Nachwuchs – je nachdem – immer wieder anlocken.