Plauderstunde zwischen Mensch und Schwein gestern auf einem Belliker Bauernhof. Karin Germann (34) schaut die Tiere an und sagt schliesslich: «Die Schweine haben gefragt, ob es nachher noch etwas zu essen gibt.» Der Bauer schaut skeptisch und bestätigt, dass bald Futterzeit sei. Germann setzt das tierische Gespräch fort und sagt: «Den Schweinen gefällt es auf dem Hof.»

Macht diese Frau Witze? «Nein, ich kann wirklich mit Tieren kommunizieren», sagt die Bellikerin ruhig. Dies funktioniere über Telepathie und sei kein Hokuspokus: «Es ist wissenschaftlich erwiesen, das Telepathie funktioniert. Sogar Geheimdienste setzen sie ein.» Die Tiertelepathin hatte am letzten Mittwoch einen Auftritt in der Sendung «Bauer, ledig, sucht...» auf 3+. Dort plauderte sie mit einer Biene auf dem Hof des Bauern Markus: «Das Tier meinte, dass Markus in seiner Honigproduktion etwas Neues wagen sollte.» Auch mit Markus’ Schweinen führte sie ein Gespräch: «Sie sagten, dass der Bauer gerne und oft alleine ist.»

«Alle redeten durcheinander»

Entdeckt hat Germann ihre telepathische Ader vor sechs Jahren, als bei ihrem Hund alle Erziehungsmethoden versagten. Sie ging in einen Kurs für telepathische Tierkommunikation und erfuhr so, was ihr Tier brauchte: «Die Tiere geben mir Impulse. Das können Bilder, Gefühle oder auch Worte sein.»

Anfangs war es jedoch nicht immer leicht, ihre Fähigkeit richtig einzusetzen: «Ich spürte nur noch Impulse der Tiere. Wenn ich an einer Kuhweide vorbeiging, redeten alle durcheinander und sagten, dass sie hunger haben.» Mittlerweile kann sie ihre Fähigkeit aber willentlich steuern und vermittelt beruflich zwischen Tieren und Besitzern: «Ich kann helfen, wenn ein Tier krank oder verhaltensauffällig ist.» So könnten ihr die Tiere sagen, wo sie Schmerzen hätten. Doch bei dieser tierischen Kommunikation geht es nicht immer um ernste Sachen: «Einige Tiere wollen auch nur übers Wetter reden. Ihre Gesprächspartner seien nicht alle gleich geschwätzig: «Einige sind richtige Plaudertaschen und anderen muss man jedes Wort aus der Nase ziehen.»