Mobilität

Einkäufe gemütlich mit dem Velo transportieren: Das E-Cargobike kommt nach Baden

Wie hier in Basel kann man ab Juni auch in Baden mit dem E-Cargobike Einkäufe und Kinder transportieren.

Wie hier in Basel kann man ab Juni auch in Baden mit dem E-Cargobike Einkäufe und Kinder transportieren.

Jetzt hält der Verleihservice für E-Velos mit Ladefläche auch in Baden Einzug – Pro Velo ist skeptisch.

Für den Wochenendeinkauf in die Stadt – das geht am besten mit dem Velo. Um die schweren Einkaufstaschen den Hang hinaufzutransportieren, braucht es starke Muskeln in den Beinen. Oder aber ein E-Cargobike, das mit seinem Elektromotor nicht nur das Strampeln erleichtert, sondern dank der Ladefläche auch Platz für die Taschen bietet. Mit diesen Lastenvelos kann man den Stau umfahren und ist erst noch umweltfreundlich unterwegs. In mehreren Städten ist es bereits möglich, solche E-Bikes auszuleihen. Ab Juni ist dies auch in Baden möglich: «badenmobil» lanciert mit anderen Partnern den Mobility-Service für Velos mit Ladefläche.

«Wir möchten auf eine lustvolle Weise eine neue Mobilitätsart anbieten», sagt Beatrice Meyer, welche die Beratungsstelle zum Thema Mobilität leitet. «Die Lastenvelos sind eine perfekte Ergänzung und Alternative zum Auto.» Dank der Unterstützung des Kantons, der Stadt Baden und weiteren Partnern ist die Finanzierung für fünf E-Cargobikes sichergestellt. 6500 Franken kostet ein solches Velo. Bis zu fünf weitere Bikes will «badenmobil» anbieten. Dafür braucht es weitere Sponsoren.

Velokultur in Baden gehe verloren

Pro Velo Region Baden begrüsst das Projekt von «badenmobil» als Beitrag zur Velokultur. Präsident Hubert Kirrmann schränkt aber ein: «Ich hoffe, dass das Projekt der Velokultur in Baden helfen wird, denn die Bedingungen für Velofahrer werden schlechter.» So würden die Schüler immer öfter das Velo stehen lassen und mit dem Bus zur Schule fahren. «Dabei wären sie die künftigen Velofahrer.» Kirrmann glaubt nicht, dass sich an dieser Situation mit dem E-Bike-Sharing-Projekt viel ändern wird. «Wir sind gespannt, wie erfolgreich das Projekt in Baden wird.»

Damit der Verleihservice in Baden Fuss fassen kann, sucht Beatrice Meyer von «badenmobil» neben Sponsoren auch noch nach Hosts. Als solche kommen Cafés, Restaurants oder kleinere und grössere Geschäfte wie Apotheken oder Bäckereien infrage, die ein beliebter Treffpunkt für Anwohner sind. Je länger deren Öffnungszeiten sind, desto attraktiver sind die Geschäfte als Hosts. Sie sei bereits in Kontakt mit Dorf- und Blumenläden aus Baden und Birmenstorf. Die Hosts helfen mit, einen Stellplatz für ein Cargo-Bike zu finden, verwalten den Schlüssel und laden die Batterie. Im Gegenzug können die Hosts das Bike während 25 Stunden pro Monat kostenlos für ihre eigenen, betrieblichen Zwecke einsetzen und am Gepäckträger Werbung anbringen. «Zudem hat man als Host auch mehr Laufkundschaft im Laden», sagt Meyer.

Initiiert wurde das Projekt mit dem Namen «carvelo2go» von der Schweizer Lastenrad-Initiative Carvelo, der Mobilitätsakademie und vom Förderfonds Engagement Migros. Schweizweit unterstützen zudem der TCS und der Bund das Projekt. Das Angebot richtet sich unter anderem an Familien, die mit dem E-Cargobike einkaufen oder Ausflüge unternehmen können. Denn die Ladenfläche hat auch Gurten und Sitzkissen für Kinder. Und Gewerbebetriebe wie Bäckereien oder Metzgereien können mit dem Velo ihre Gipfeli oder Partyplatten ausliefern. In Bern, wo «carvelo2go» 2015 startete, habe sich gezeigt, dass das Cargobike in vielen Haushalten ein wertvolles Mobilitätswerkzeug sei und in einigen Fällen den Zweitwagen ersetze, so Meyer.

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