Baden
Einmal Jazz gemischt

«Compulsion» entführte im «Isebähnli» in vielfältig-musikalische Welten. Das Basler Jazz Quintett überzeugte am Montag mit ihrem einzigartigen Stil und einer neuartigen Umsetzung von Bebop und Hard Bop.

Jürg Blunschi
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Die fünf Musiker spielten abwechslungsweise solo und zusammen. Johannes Hänggli

Die fünf Musiker spielten abwechslungsweise solo und zusammen. Johannes Hänggli

«Compulsion», so erfuhr man am vergangenen Montag im Stadtbistro «Isebähnli», ist eine Komposition des Jazzstars Miles Davis. Und «Compulsion», danach hat sich ein Jazz Quintett aus Basel benannt. Da ist es keine Frage, dass die fünf Musiker vorzugsweise jenen Stilbereich pflegen, in dem Miles Davis damals diese Komposition schrieb.

Selber beschreiben die Künstler ihre Musik als «Modern Mainstream Jazz». Etwas präziser müsste man vielleicht von Bebop oder Modern Bop sprechen. Denn Anleihen an moderneren, gar zeitgenössischen Jazz waren an diesem vom Verein «Jazz in Baden» veranstalteten Konzert selten, und entsprechen offensichtlich nicht den Vorlieben der Musiker.

«Compulsion» besteht aus Adam Taubitz (Violine), Marc Ullrich (Trompete, Flügelhorn), Simone Bollini (Klavier), Dominik Schürmann (Bass) und Christoph Mohler (Schlagzeug). Die Violine an der Front, anstelle des üblichen Saxofons, ist zwar ungewöhnlich, fügte sich aber bruchlos organisch ins Quintett ein.

Die Themen wurden von Trompete und Violine jeweils unisono vorgestellt. Auffällig war, wie wenig sich die beiden Instrumente in der Klangfarbe unterschieden, ja gar zu einem einzigen Klang verschmolzen sind. In der Mehrzahl wurden Kompositionen der «Compulsion»-Mitglieder vorgetragen, die auf der bislang einzigen CD des noch jungen Quintetts zu hören sind. Daneben kamen klassische Hard Bop-Nummern zur Aufführung, die wohl am besten das Ideal und die musikalische Richtung von «Compulsion» verkörpern: feuriger, hart swingender, melodischer, moderner Jazz.

Marc Ullrich spielte vorwiegend und in kecker, draufgängerischer Art das Flügelhorn, während er bei der Trompete oft den Dämpfer einsetzte. Wie Ullrich ist auch Geiger Adam Taubitz ein Pendler zwischen Jazz und klassischer Musik. Taubitz’ Soli waren ebenso virtuos wie geradlinig jazzig und ohne jeden Schmelz, oft mit einem eben «klassischen» Vibrato versehen. Wayne Shorters Ballade «Virgo» bildete den Höhepunkt von Taubitz’ Improvisationskunst. Pianist Simone Bollini führte eine vitale Rhythmusgruppe an. Er begleitete die jeweiligen Solisten streng, doch diskret, und erwies sich selbst als feiner, eleganter Solist. Bassist Dominik Schürmann steuerte eine seelenvolle Blues-Komposition bei, während Schlagzeuger Christoph Mohler dem Ganzen eine enorm swingende, unverrückbare Unterlage vermittelte.

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