Baden. Kindermusem
Einmal selbst Lokführer sein – Kinderträume werden wahr

Während der nächsten Wochen können im Kindermuseum Modelleisenbahnen aus dem Privatbesitz von vier Rentnern bestaunt und bedient werden. Die Rentner investieren jeweils einen Monat vor und nach der Ausstellung in das Präparieren der Waggons.

Delia Strebel
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Peter Erni, Peter Sulzer, Armin Winiger und Angelo Caduff (von links) beim Aufbau ihrer Modelleisenbahnlandschaft.Alex Spichale

Peter Erni, Peter Sulzer, Armin Winiger und Angelo Caduff (von links) beim Aufbau ihrer Modelleisenbahnlandschaft.Alex Spichale

In der engen Werkstatt des Kindermuseums erstellen vier ältere Herren mit viel Liebe eine imposante Landschaft aus Modelleisenbahnen, schmucken Häuschen, Bäumen, einer Standseilbahn und vielen weiteren detaillierten Figürchen und Objekten.

Es sind Angelo Caduff, Peter Erni, Peter Sulzer und Armin Winiger – die Tin Platers, wie sie sich nennen. Der Name stammt daher, dass die ausgestellten Eisenbahnen aus Weissblech (Englisch: «tin plate») hergestellt sind.

Seit 1995 präsentieren die Tin Platers regelmässig ihre Sammlungen an bis zu fast 100-jährigen Modelleisenbahnen. «Wir sind sehr froh, dass sie immer wieder herkommen. Sie sind Spezialisten und können den Besuchern alles über Modelleisenbahnen erzählen», sagt Roger Kaysel, Mitglied der Museumsleitung.

Und Winiger ergänzt: «Beide Seiten profitieren. Ohne die grosszügige Hilfe des Kindermuseums wäre diese Ausstellung unmöglich.» Die Tin Platers bekommen beim Auf- und Abbau und bei allfälligen technischen Störungen Hilfe. Zudem wird ihre Ausstellung durch museumseigene Stücke ergänzt.

Nur im Kindermuseum ausgestellt

Das Kindermuseum ist der einzige Ort, wo die Sammlungen der Tin Platers bewundert werden können. «Mit Ausnahme der Badenfahrt 1997, als wir im alten Güterschuppen eine Ausstellung hatten, präsentieren wir unsere Modelleisenbahnen nur hier», sagt Winiger.

Dies machen sie dafür mit umso grösserer Begeisterung: «Wir haben sehr viele schöne Erlebnisse. Die Kinder hier sind sehr angenehm», sagt Peter Erni. Viele kämen gleich mehrmals.

Kein Wunder, denn die jungen Besucher dürfen die Miniaturlandschaft nicht nur bestaunen, sondern die kleinen Züge auch selbst durch das Netz an Gleisen fahren lassen. Zudem können sie mit einem Minikran Transportgut verladen und an der Drehscheibe die Fahrtrichtung verändern.

Auch ältere Generationen begeistert

Doch nicht nur die Kleinen freuen sich ob der vielfältigen Ausstellung: «Viele Grosseltern haben in ihrer Kindheit mit genau solchen Eisenbahnen gespielt», sagt Winiger.

«Deshalb sind sie natürlich begeistert.» So haben auch die Tin Platers ihre Liebe zu Modelleisenbahnen entdeckt. Ihre Spielzeuge haben sie alle behalten und später immer neue Stücke dazugekauft.

Im Laufe der Jahre hat sich so jeder der Vier eine ansehbare Sammlung angeeignet. In Winigers Fall zählt diese etwa 60 Loks und an die 200 Waggons.

Die vier Rentner sind sich einig: Diese Modelleisenbahnen dürfen nicht in einer Vitrine verstauben. Betriebsfähig sollen sie sein. Deshalb investieren sie jeweils einen Monat vor und nach der Ausstellung in das Präparieren der Waggons.

Damit soll gewährleistet sein, dass alles reibungslos verläuft, wenn sie den Kindern voller Begeisterung zeigen können, mit was sie früher gespielt hatten.

Ausstellung: 9. bis 20. März

Di bis Sa: 14 bis 17 Uhr, So: 10 bis 17 Uhr

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