Die Vorpremiere des Tanztheaters «Onkel und Tanzen» hat mit zwei verschiedenen Vorstellungen für Kinder und Erwachsene im ThiK stattgefunden. Nach der Feuerprobe in Baden gehts auf Schweizer Tournee.

Beim Eingang des ThiK schrieben die grossen und kleinen Besucherinnen und Besucher Wünsche auf Zettel. «Russischer Salat statt russische Granaten» war da zu lesen; oder «Den ganzen Tag frühstücken» und «Genug zu Essen für alle». Von einer « Rutschbahn bis zur Schule» träumte ein Kind und ein anderer Besucher wollte einfach mal «wunschlos glücklich sein». Diese Wünsche purzelten später in der Vorstellung zerknüllt aus einem Korb an der Decke und wurden von Schrepfer und Blagajcevic spontan in Tanz umgesetzt.

Weil die Körperbewegungen nicht so konkret sind wie die Sprache, konnte jeder Zuschauer das Geschehen auf der Bühne mit seinen eigenen Erfahrungen und Fantasien verknüpfen. Nur ganz sparsam fanden einige Worte in der musikalisch-choreografischen Wegleitung zur Wunscherfüllung Platz. Zum Beispiel, wenn es darum ging, was dem eigenen Träumen alles in der Quere steht. Sätze, die jeder kennt, tönten aus dem Lautsprecher: «Dafür bist Du zu alt» oder «Das klappt sowieso nicht».

Die beiden Protagonisten bäumten sich gegen ihre anfängliche Resignation auf und gewannen mit jedem Versuch, ihren Idealen zu folgen, an neuer Kraft. Gemeinsam loteten sie aus, was der Körper mit einem macht, wenn man etwas unbedingt will; wie sehr man sich anstrengen muss, damit Wünsche in Erfüllung gehen; und ob man allein oder zu zweit besser an das ersehnte Ziel kommt.

Schrepfers grösster Kindheitswunsch, Tänzerin zu werden, erfüllte sich sowohl im Bühnenstück als auch im wahren Leben. Blagajcevic wollte in der Performance endlich einmal Aliens sehen und es blieb beim Traum. Aber am Ende zeigten sich trotzdem beide happy, denn schlussendlich muss nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen. Auch Loslassen können ist wichtig.

Eineinhalb Jahre hat Brigitta Schrepfers Somafon das Tanztheater «Onkel und Tanzen» in Workshops mit Kindern und Erwachsenen entwickelt. Die Glarner Choreografin wagt sich gerne an gesellschaftsnahe Themen und machte schon mit Tanztheatern über Mobbing, und Körpergewicht von sich Reden, die sich trotz ihres Inhalts und der grossen tänzerischen Präzision immer durch eine Prise Humor und Verspieltheit auszeichnen.

Deliah, 10, ging jedenfalls mit einem Lächeln aus dem ThiK und meinte: «Ich bin überzeugt, dass Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man fest genug daran glaubt.»