Badener Fasnacht

Einmalig: Die SRG schnappt sich die Übertragungsrechte für den Füdlibürger-Prozess

Hieronymus Füdlibürger. Archiv/ASP

Hieronymus Füdlibürger. Archiv/ASP

Der Füdlibürger-Prozess in Baden könnte für die «No Billag»-Abstimmung» zur Vorentscheidung werden. Doch Vorsicht! Das ist eine Fasnachtsmeldung.

Das hat es noch nie gegeben: Die SRG hat die Exklusiv-Übertragungsrechte für den diesjährigen Prozess gegen den weit über Baden hinaus bekannten Hieronymus Füdlibürger gekauft, inklusive eine allfällige Verbrennung im Falle eines Schuldspruchs und des Todesurteils. Das ist auf Anfrage dieser Zeitung von zuverlässigen Quellen aus Kreisen der Spanischbrödlizunft bestätigt worden.

Dabei sei es um einen happigen Geldbetrag gegangen, den Leutschenbach dafür hinzublättern bereit war. Entsprechend gross ist die Enttäuschung beim Sender «Tele M1». Das Rätsel dabei lautet vor allem: Hat dieser Coup der SRG etwas mit der bevorstehenden Abstimmung über «No Billag» zu tun?

Der Badener Füdlibürger verbrennt.

Heile Welt im Februar 2017: Der Badener Füdlibürger verbrennt.

Sowohl bei der SRG-Direktion wie auch beim Brödlimeister der Spanischbrödlizunft hiess es «No Comment». Doch sich hartnäckig haltende Gerüchte deuten darauf hin, dass der Angeklagte Hieronymus Füdlibürger als der eigentliche Drahtzieher des «No-Billag-Initiativ-Komitees gelten soll. «No Fasnacht» statt «No Billag»? «Wir lassen uns nicht auf eine Abstimmungskampagne der SRG ein», stellte Brödlimeister Beni Schmid jedoch klar. Er wolle sich auch nicht zu «No Billag» äussern.

Dass die Spanischbrödlizunft der SRG die Übertragung dieses Schauprozesses gewährte, hat gemäss Recherchen des Korrespondenten dieser Zeitung nebst den finanziellen Vorteilen noch einen ganz andern Grund: Der Zunftgeheimdienst hat von vorbereitenden Aktivitäten Wind gekommen, wonach derselbe Hieronymus Füdlibürger bereits für die Fasnacht 2019 eine «No Fasnacht»-Volksinitiative plant. Seine intensiven Verbindungen zum Komitee «No Billag» sind bei verdeckten Abstimmungskommentaren zutage getreten, die aufgrund der Nachforschungen des Zunftgeheimdienstes schliesslich zur IP-Adresse von Hieronymus Füdlibürgers Computer führte.

Keine Live-Übertragung

Die SRG hofft nun, dass ein Schuldspruch des Initiativ-Zugpferdes Hieronymus Füdlibürger «No Billag» vorzeitig bodigen würde. Allerdings könnte eine Nicht-Verurteilung oder gar ein Freispruch frischen Wind in die Segel der Initiative blasen. Das dürfte der Grund dafür sein, dass die SRG den Füdlibürger-Prozess nicht live übertragen will, sondern lediglich eine längere Aufzeichnung im Nachrichten-Magazin «10 vor 10» plant. So viel konnte vom Programm-Direktor gestern in Erfahrung gebracht werden. Mit andern Worten dürfte das Schweizer Fernsehen von einer Aufzeichnung absehen, wenn es zu einem Freispruch von Hieronymus Füdlibürger käme.

Beim Brödlirat der Spanischbrödlizunft geht man jedenfalls von einer klaren Verurteilung aus. Hauptgrund dürfte vielmehr das sexistische Gebaren des Schelmen gewesen sein, wie diverse «me too»-Bekundungen im Laufe der Ermittlungen ergeben haben sollen. So hätte die Unterwasser-Überwachungskamera der Stadtpolizei im «Bagno populare» im Bäderquartier eindeutig festgehalten, wie Füdlibürger zweideutige Selfies von einem Körperteil ausserhalb der Badehose gemacht habe.

Die Verteidigung des Angeklagten jedoch dementierte postwendend und meinte, dass es sich dabei um Aufnahmen älteren Datums handle, die in einem städtischen Büro und von einer andern Person gemacht worden seien.

Kronzeuge Jonas Projer

Die Gerichtsverhandlung findet heute Abend um 18.30 Uhr in der Unteren Altstadt im Graben statt. Dass sich US-Präsident Donald Trump erneut für seinen Badener Busenfreund als Entlastungszeuge einsetzen wird, dürfte eher fraglich sein. Dennoch würden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen, heisst es bei Stadt- und Zunftpolizei.

Dabei gehe es insbesondere um den Zeugenschutz, würde doch der mit dem Tod bedrohte «Arena»-Moderator Jonas Projer als Kronzeuge der Anklage auftreten, während Olivier Kessler, Gregor Rutz und auch Natalie Rickli bei den Entlastungszeugen erwartet werden. Keinen Kommentar über einen allfälligen Zeugenauftritt der Anklage von Bundesrätin Doris Leuthard gab es aus Bundesbern. (-rr-)

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