Mit Werken der französischen Romantikers César Franck, Gabriel Fauré und Camille Saint-Saëns hatte der neue Leiter des Wettinger Singkreises, Jonas Ehrler, ein vielversprechendes Programm für seinen Einstand beim Sommerkonzert am Samstag zusammengestellt. Im Zentrum stand dabei die Messe Solennelle in A-Dur von Franck.

Zuerst aber durften die Zuhörerinnen und Zuhörer in der voll besetzten Klosterkirche – unter ihnen auch der ehemalige Dirigent Renato Botti – vier kleinere Werke der drei Komponisten kennenlernen.

Bei den beiden umrahmenden Werken von César Franck – dem «Domine non secundum» und dem «Ave Maria» – stand der Chor ganz im Mittelpunkt, die eigenartige, doch für den Komponisten nicht untypische Begleitung mit Orgel (Stefan Müller) und Kontrabass (Dario Romaniello) blieb immer im Hintergrund.

Der Klang des kleinen Orgelpositivs war dabei für den Chor selbst manchmal fast zu schwach, sodass die Sängerinnen und Sänger streckenweise Mühe hatten, sich daran zu orientieren.

Weit entfernte Klangwelt

Der schöne, warme Chorklang liess jedoch alles vergessen und lud ein in eine weit entfernte Klangwelt. Beim Stück «En Prière» von Fauré gelang es dann den beiden Musikerinnen Susanne Oldani, Sopran und Rahel Schweizer, Harfe hervorragend, diese Klangwelt noch ein Stück weiter zu öffnen.

Auch «Prière» für Orgel und Cello (Marie-Louise Wundling) von Saint-Saëns hatte eine sehr meditative Ausstrahlung. So war der Applaus – den sich die Musiker natürlich verdient hatten – schon fast störend, riss er doch die Zuhörerinnen und Zuhörer jeweils aus einer musikalischen Traumwelt heraus.

Nach diesem wundervollen Konzerteinstieg wurde die angekündigte feierliche Messe nun mit Spannung erwartet. Das Werk ist mit seinem polyfonen Stil mit hochkomplexen Akkorden ein sehr anspruchsvolles Werk der romantischen Konzertliteratur.

Ein Höhepunkt der Messe war sicher das «Panis Angelicus», eine eingeschobene Sopran-Arie, bei der Susanne Oldani noch ein weiteres Mal mit ihrem angenehm natürlichen Vibrato begeisterte.

Feuerprobe absolut bestanden

Die Feuerprobe haben der Chor und sein neuer Dirigent absolut bestanden. Zwar war Ehrler bei seinem ersten öffentlichen Auftritt noch etwas zurückhaltend mit dynamischen Elementen – sein Dirigat strahlte jedoch so viel Sicherheit und vor allem auch Freude aus, dass sich die Konzertbesucher auf weitere Konzerte unter seiner Leitung freuen können.

Schliesslich wächst der Chor mit seinem Leiter und umgekehrt genauso.