«Es ist eine Schweinerei, dass die Mieter seit der Schliessung der Parkgarage nicht mehr genügend Parkplätze haben», sagt Noldi Schneider, Anwohner des Bauhaldenquartiers. Im Dezember 2011 liess die Gemeinde die Garage im Quartier aus Sicherheitsgründen schliessen. Der Kindergarten sowie der dazugehörige Spielplatz über dem Parkhaus wurden evakuiert. Die Tiefgarage und das Gebäude sind verriegelt, der umzäunte Kindergarten geschlossen. Auf Schildern verbietet der Gemeinderat, das Areal zu betreten.

Als Folge der Schliessung müssen die Anwohner des Quartiers ihre Autos an anderen Plätzen abstellen. Die Gemeinde markierte mehrere Parkfelder – aber nicht in genügender Anzahl: Die Anwohner stellen ihre Autos auf der Strasse ab und werden bei Polizeikontrollen gebüsst. «Das bringt Nachteile. Die Eigentümer der von uns verwalteten Wohnungen sind verärgert», sagt Annarös Lenzin von der Mäderimmo & Partner GmbH, Verwaltung der Liegenschaften an der Bodenächerstrasse 18/20. Auch andere Verwaltungen stehen wegen der Schliessung der Parkgarage vor Problemen. Der Mangel an Parkplätzen erschwere das Vermieten der Wohnungen.

Warum wird die Tiefgarage im Quartier nicht saniert? Die Eigentümerin der Garage, die Wohnbau Süd AG mit Sitz in Binningen BL, will dazu keine Stellung nehmen. Die Frage scheint offen zu sein, wer für die Sanierung aufkommen muss. «Gemäss Grundbuch ist klar, dass uns die Parkplätze nicht gehören», sagt Annarös Lenzin. Damit liege es an der Wohnbau Süd AG, die Sanierung zu übernehmen. «Diese behauptet aber, sie habe die Parkplätze verkauft», so Lenzin. Deshalb laufen momentan rechtliche Abklärungen, wer für die Sanierungskosten aufkommen muss. Gleichzeitig klärt die Verwaltung ab, ob den Mietern mehr Aussenparkplätze zu Verfügung gestellt werden könnten. «Das wäre nur eine temporäre Lösung. Ziel sollte die Sanierung der Tiefgarage sein», sagt Lenzin.

«DasS Das Parkplatzproblem durch die geschlossene Tiefgarage entstanden ist, kann nicht wegdiskutiert werden», sagt Pius Murmann, Leiter Bau und Planung der Gemeinde Untersiggenthal, und er ergänzt: «Es handelt sich aber um eine privatrechtliche Angelegenheit.» Trotzdem sei die Gemeinde daran interessiert, möglichst schnell eine Lösung zu finden.

Die Sanierung der Garage ist für die Gemeinde von Wichtigkeit, denn erst dann kann der Kindergarten abgebrochen und für die Nutzung des dazugehörigen Spielplatzes eine neue Lösung gesucht werden. Denn seit deren Schliessung gibt es im Bauhaldenquartier keinen Platz, wo die Kinder spielen können. «Man sagt uns seit langem, dass wir bald einen Spielplatz erhalten. Diesen wünschen wir uns schon lange», sagt ein Kind aus dem Quartier. Auch eine Umfrage des Jugendnetzes Siggenthal in Zusammenarbeit mit der Schule hat ergeben, dass ein Spielplatz im Quartier erwünscht wäre. «Wir haben die Umfrageresultate der Gemeinde übermittelt», sagt Wimi Wittwer, Leiter des Jugendnetzes.

«Ein Spielplatz im Quartier ist zwingend», sagt Annarös Lenzin von der Mäderimmo & Partner GmbH. Das Unternehmen vertrete die Meinung, dass die Gemeinde sich an dessen Erstellung beteiligen könnte. «Sie könnte beispielsweise den Transport von Spielgeräten übernehmen.» Momentan kläre sie ab, ob auf dem Platz gegenüber des Kindergartens ein Spielplatz eingerichtet werden kann.

Auch wenn es sich beim Quartierspielplatz um eine Privatangelegenheit handelt, würde die Gemeinde Hand bieten, so Murmann: «Wir stellen die Spielgeräte auf dem geschlossenen Spielplatz an einem anderen Standort innerhalb der Überbauung zur Verfügung, sofern diese noch den Sicherheitsanforderungen genügen.»