Kleine Grüppchen von Leuten in Anzügen oder Lederjacken drängen sich unter das Vordach, um sich vor dem strömenden Regen zu schützen. Ihre Haare sind mit Pomade fein säuberlich zu einem Scheitel gegelt oder kunstvoll zu einer Tolle frisiert. Die Frauen tragen Petticoats; Tattoos vom Unterarm bis zum Hals sind an der Tagesordnung.

Bier, Musik und Bourbon

Sie alle sind gekommen, um dem Rockabilly zu frönen. Die Musikrichtung hat seine Ursprünge in den frühen Fünfzigern und entstand aus der Mischung von Rock ’n’ Roll und Country in den Südstaaten Amerikas. Weltstars wie Elvis Presley oder auch Johnny Cash und Bill Haley verhalfen Rockabilly zum Durchbruch, bevor die Spielweise des Rock ’n’ Roll in den Sechzigern bereits wieder in der Versenkung verschwand.

Erst 20 Jahre später kam es zu einem Revival, das bis heute anhält, wie der Trash Down Rockabilly Day eindrücklich zeigt. Als Erste durften Marc and the Wild Ones aus Deutschland die Gäste im Nordportal zum Tanzen bringen. Gleich von Beginn weg haben die vier das Publikum auf ihrer Seite. Der erst 23-jährige Frontmann springt auf der Bühne hin und her, stampft zum Takt des Schlagzeugs und des typischen Slap-Bass. Das Ganze wird unterstützt durch eine leicht verzerrte Gitarre und mit virtuosen Solos untermalt. Vor der Bühne wird getanzt, Bier und Bourbon fliessen in Strömen.

Raue Töne

Als zweite Band konnte für diesen Abend Wild Rooster verpflichtet werden – für die Schweden ist es ihr erstes Konzert auf Schweizer Boden. Ihre Musik hat einen modernen Einschlag, der raue Gesang des Frontmannes im schwarzen Mantel und ernster Mine verströmt ein Bad-Boy-Feeling. Zum Schluss steht noch der Auftritt der schweizerisch-österreichischen Combo von Mars Attacks auf dem Programm. Nach rund 15 Jahren Bandgeschichte und etlichen Konzerten auf drei Kontinenten bildet diese Combo einen würdigen Abschluss des Trash Town Rockabilly Days.