Das Bauvorhaben der Egro Immo AG, auf einer ehemaligen Deponie der Egro AG ein Wohn- und Gewerbehaus mit Kinderspielplatz zu bauen, beschäftigt die Bevölkerung von Niederrohrdorf (Aargauer Zeitung vom 23.11.2012).

Inzwischen haben 761 Niederrohrdorferinnen und Niederrohrdorfer die Petition der 40 Einsprecher vom Weiherweg unterzeichnet. Am Montag überreichte eine Delegation die Petition Gemeindeammann Gregor Naef und Gemeinderat Heinz Jossi. «Der Gemeinderat nimmt ihre Bedenken sehr ernst», versicherte Naef der Gruppe von Unterschriftensammlern.

Die Forderung an den Gemeinderat und den Kanton: Die deponierten Abfälle sollen vollständig und fachgerecht entsorgt werden. Wie die AZ berichtete, lagern auf der Parzelle 511 am Weiherweg Industrieabfälle der Firma Egro, die gemäss einer Untersuchung des Büros Heinrich Jäckli AG verbreitet starke Schadstoffbelastungen aufweisen. «Die unterzeichnenden Personen aus Niederrohrdorf sind besorgt, dass in Zukunft schädliche Umweltauswirkungen auf Boden und Grundwasser entstehen könnten», steht im Begleitbrief der Petition geschrieben.

Ein runder Tisch soll helfen

Nun werde wohl ein runder Tisch mit Vertretern des Kantons, der Bauherrschaft und der Petitionäre einberufen, sagte Gemeindeammann Gregor Naef. Dieses Gremium würde dann das Projekt noch einmal prüfen. Zuerst bespricht der Gemeinderat die Petition in einer der kommenden Sitzungen. «Gebt uns etwas Zeit», bat er die Anwesenden. Die Gemeinde könne schliesslich nicht über den Kanton hinweg entscheiden, da die Zuständigkeit grundsätzlich beim kantonalen Baudepartement liege.

In einer Hinsicht konnte der Gemeindeammann die Anwesenden beruhigen: «Bis jetzt wurde noch keine Baubewilligung erteilt. Es bleibt also noch genügend Zeit, um zu reagieren.» Die Tatsache, dass über 700 Personen die Bittschrift unterzeichneten, gebe der Angelegenheit besonderes Gewicht, sagte Naef.

Mehr Unterschriften als erwartet

«Dass gleich 761 Personen innert kürzester Zeit unterschrieben haben, hat uns sehr überrascht», sagt der Einsprecher Roland Gränicher. Er habe mit rund 300 Unterschriften gerechnet. Gränicher, der mit Gerda Keller, Ueli Schibli und Alois Huser das Kern-Team der 40 Einsprecher bildet, ist besorgt: «Diese Abfalldeponie liegt heute mitten im Wohngebiet. Ein Wohnblock mit Kinderspielplatz würde eine späte, allfällig notwendige Sanierung dieser Deponie verhindern.»