Baden

Einwohnerrätin fordert mehr Frauen im Casino-Verwaltungsrat – die sechs Mitglieder sind alles Männer

Die Stadt Baden ist am Grand Casino beziehungsweise an der Stadtcasino Baden AG beteiligt. (Archiv)

Die Stadt Baden ist am Grand Casino beziehungsweise an der Stadtcasino Baden AG beteiligt. (Archiv)

Aktuell sitzen nur Männer im obersten Gremium der Badener Stadtcasino AG. Die Einwohnerrätin Sarah Wiederkehr will, dass der Badener Stadtrat handelt.

Im Verwaltungsrat der Stadtcasino Baden AG sind im Moment sechs Männer vertreten. Dass keine Frauen Teil davon sind, das stört Sarah Wiederkehr, Fraktionspräsidentin der CVP Baden. Deshalb hat sie diese Woche im Stadtrat eine Anfrage eingereicht, in der sie sich erkundigt, welche Anstrengungen der Stadtrat unternehme, um die Diversität des Verwaltungsrats zu erhöhen. Und ob die Stadt als Mehrheitsaktionärin bei der nächsten Versammlung der Stadtcasino AG mindestens eine Frau zur Wahl in den Verwaltungsrat vorschlagen könnte.

«Was das Geschlechterverhältnis betrifft, ist im gegenwärtigen Verwaltungsrat keine Diversität vorhanden», sagt Wiederkehr auf Anfrage. Doch es gebe mehr als genug wissenschaftliche Belege, dass – auf gut Deutsch – Geschlechtervielfalt wirtschaftliche Vorteile habe. «Die Stadt Baden muss doch ein grosses Interesse daran haben, dass der wirtschaftliche Nutzen maximiert wird.» Aus rein ökonomischer Sicht halte sie die fehlenden Frauen deshalb für eine verpasste Chance. Ebenso aus gesellschaftlicher Sicht: «Die Stadt hat eine Vorbildfunktion und trägt Verantwortung, auch in Bezug auf Frauen in Führungspositionen», ergänzt sie. Deshalb sollte der Stadtrat dies auch aktiv fördern.

Frauen waren immer wieder Teil des Gremiums

In der Vergangenheit sassen bereits Frauen im Verwaltungsrat der Stadtcasino Baden AG. 2017 schieden mit Friederike Vinzenz und Karen Wachter die letzten beiden aus dem Gremium aus, das damals noch aus neun Personen bestand. Wer heute auf die Website geht, dem lächeln unter dem Punkt Verwaltungsrat nur Männer entgegen: Präsident Jürg Altorfer, Stadtammann Markus Schneider, Marc Périllard, Christoph Thurnherr, Thomas Kaiser und Hubertus Thonhauser.

«Auch bei den Tochtergesellschaften oder bei den Kadern der operativen Ebene sucht man vergeblich nach Frauen», schreibt Wiederkehr in ihrer Anfrage. Es gehe ihr nicht darum, Positionen wie diese in Zukunft nur aufgrund des Geschlechts zu besetzen: «Es hat sicher seinen Grund, warum diese sechs Männer im Gremium sind. Es soll schliesslich auch die geeignetste Person den Job übernehmen.»

Auch sei es wohl nicht ganz einfach, überhaupt Frauen zu finden: «Es gibt aber in diversen Bereichen starke Frauennetzwerke, die von der Stadt angezapft werden könnten, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung.» Was ja gerade im Casino, das so stark auf Digitalisierung setze, grosses Potenzial ha- be. Wiederkehr betont, keine schlechten Absichten mit ihrer Anfrage zu haben, das Casino mache einen hervorragenden Job in vielen Bereichen: «Insbesondere in der Suchtprävention oder als regionaler Sponsor in den Bereichen Soziales, Kultur, Jugend und Sport.»

Meistgesehen

Artboard 1