Baden

Einwohnerrat Baden: Überzeugend familienfreundlich

Wer wird ihre Nachfolgerin? Daniela Berger tritt Ende Jahr zurück.

Wer wird ihre Nachfolgerin? Daniela Berger tritt Ende Jahr zurück.

Alle Anträge der beiden Vorlagen für die familienergänzende Betreuung im Vorschulalter und für Kindergarten- und Primarschulkinder wurden einstimmig gutgeheissen. Die beiden Strategien werden als zeitgemäss und richtig erachtet.

Die Strategien im Betreuungsbereich und die entsprechenden Leitlinien wurden vom gesamten Rat sehr gut aufgenommen, wenn sie auch allgemein als sehr komplex bezeichnet wurden; auch die SVP stellte sich dahinter, allerdings mit kritischem Unterton. Die administrative Entlastung durch eine Geschäftsstelle wurde allgemein begrüsst, ebenso die Ziele, dass innert sechs Monaten ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen soll und dass die subventionierten Plätze nicht mehr kontingentiert würden.

Regionale Kooperation wird begrüsst

Vor allem beim Krippenpool wurde das strategisch gezielte und gemeinsame Vorgehen der Gemeinden Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal und Wettingen begrüsst. Alle Fraktionen erachteten auch die Zusammenarbeit der Stadt und der privaten Trägerschaften als wichtig und gut.

Gespannt ist man nun darauf, ob die Umsetzung genauso gut laufen wird, wie sich die Strategie präsentierte und ob ein bedarfsgerechtes Angebot inklusive des benötigten Raumangebotes dann auch zur Verfügung gestellt werden kann.

Hannes Streif (team) betonte als Präsident der Strategiekommission, dass man sich der Bedeutung der familienergänzenden Betreuung seit langem bewusst und die Umsetzung schon auf gutem Wege sei. Korrekturen sollen nun aufgrund der vorliegenden Strategie richtigerweise erfolgen. Reto Caprez wies besonders auf den volkswirtschaftlichen Nutzen hin: «Gut ausgebildete Frauen sollen möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess gebracht werden.»

Mittelstand darf nicht zu kurz kommen

Karin Bächli (SP) erachtet die auf sechs Monate beschränkte Wartezeit, die Zugänglichkeit für alle sowie die sozialverträglichen Tarife als die wesentlichen Punkte der Strategie. Als «guten Schritt in die richtige Richtung» bezeichnete Sander Mallien (GLP) die Strategie der beiden Betreuungsbereiche. Auch wenn die SVP im Grundsatz nach wie vor eine kritische Haltung habe, werde sie sich hinter beide Vorlagen stellen, erklärte deren Präsident Serge Demuth. Er befürchtete, dass es für nicht subventionsberechtigte Eltern schwieriger werden könnte, einen Krippenplatz zu finden.

Jost Voser (FDP) lobte die Einbindung der Firmenkrippen und die Gleichbehandlung. An der Freiwilligkeit sei allerdings festzuhalten, forderte Voser. Lobende Worte fand Andrea Libardi (FDP) für die Betreuung von Kindergarten- und Primarschulkindern. Dass die drei Vereine, die in Dättwil, Kappelerhof und Meierhof für den MIttagstisch verantwortlich zeichnen, fusionieren wollen, erachtete sie als richtigen Weg, um die administrative und operative Belastung bei dieser wichtigen Arbeit zu reduzieren.

Die CVP sei über die familienfreundliche Vorlage sehr erfreut, schickte Reto Huber voraus. Man soll ein Auge drauf haben, dass der Mittelstand nicht zu kurz komme, fügte er an. Den lobenden Worten schlossen sich Olivier Funk (team) und Roland Guntern (Grüne) an. Beide wünschten sich nun eine rasche und konsequente Umsetzung, wobei Guntern die Zusammenarbeit von Stadt und privaten Anbietern als gut und wichtig erachtete.

Beatrice Meyer (SP) zeigte sich erfreut über die geschaffenen Voraussetzungen. Wichtig sei nun, dass gerade in den Quartieren Allmend und Martinsberg die notwendigen Räume bereitgestellt werden können.

Ist die Betreuung im Ressort Kultur richtig?

Peter Conrad (CVP) fragte sich Angesichts der Schnittstellen und des grossen Koordinationsaufwandes, ob die Ansiedlung der familienergänzenden Betreuung mit der Geschäftsstelle im Ressort Kultur richtig sei. «Es wäre einfacher, wenn man alles im Bereich Schule ansiedeln würde», war Conrad überzeugt. Er forderte den Stadtrat auf zu prüfen, ob die Abteilung Kinder Jugend Familie darum ins Ressort Schule überführt werden soll. Laut Stadträtin Daniela Berger ist das zweifellos eine Aufgabe, diese Möglichkeit immer wieder zu überprüfen.

Berger zeigte sich erfreut über das Resultat und die sehr positive Aufnahme der beiden Vorlagen. Dahinter würde viel Knochenarbeit stecken, die in der Abteilung Kinder Jugend Familie sowie in den interkommunalen Arbeitsgruppen geleistet worden sei. Der Standort Baden und die Wirtschaft würden diese Angebote brauchen. Die Strategien umzusetzen ist nun laut Berger eine grosse Herausforderung. Der administrative Bereich sei vereinfacht worden, was auch eines der Ziele gewesen sei.

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