Wettingen

Einwohnerrat gibt Tägi-Sanierung grünes Licht – doch es ist noch ein langer Weg

So sollen Vorplatz und Eingangsbereich des Sport- und Erholungszentrums Tägerhard nach der Sanierung aussehen.

So sollen Vorplatz und Eingangsbereich des Sport- und Erholungszentrums Tägerhard nach der Sanierung aussehen.

Die Sanierung des Sport- und Erholungszentrums Tägerhard ist das bisher grösste Geschäft der Gemeinde.Trotz dem deutlichen Ja des Einwohnerrats zum Kreditbegehren von 46,5 Millionen braucht es aber noch einiges bis zum Ziel.

Mit 38 Ja- zu 4 Nein-Stimmen bei 6 Enthaltungen hat der Wettinger Einwohnerrat am Donnerstagabend dem Kreditbegehren von 46,5 Millionen Franken für die Sanierung des Sport- und Erholungszentrums Tägerhard zugestimmt. Es ist das bisher grösste Geschäft, über das der Einwohnerrat seit seiner Gründung, 1966, zu entscheiden hatte. Entsprechend ging dem letztlich klaren Ja eine gut zweistündige Diskussion voraus.

Keinen Schuldenberg hinterlassen

In der Debatte stellte sich insbesondere die Frage, ob die Gemeinde dieses Generationenprojekt tatsächlich finanzieren kann, ohne den Steuerfuss zu erhöhen. Alain Burger (SP) gab namens der Finanzkommission zu bedenken, dass die Schulden massiv steigen werden und man den kommenden Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen dürfe.

Der Gemeinderat hält in der Vorlage fest, dass aufgrund der heutigen Planergebnisse allein aufgrund der Tägi-Sanierung keine Steuerfusserhöhung nötig sei. Doch die Einwohnerräte fragten sich, ob die Kosten für die Sanierung tatsächlich bei 46,5 Millionen Franken gehalten werden können. Der zuständige Gemeinderat Roland Kuster (CVP) sagte: «Mit einem strengen Projektmanagement können wir dieses Risiko im Griff haben.» Zudem werde man den Bagger erst auffahren lassen, wenn sicher sei, dass die 46,5 Millionen Franken nicht überschritten würden.

Der Einwohnerrat will bei den Kosten aber auf Nummer sicher gehen. Insbesondere, weil diese seit der Genehmigung des Projektierungskredits 2014 um 3 Millionen Franken gestiegen sind und die Finanzsituation in Wettingen angespannt ist. Und auch wegen der schlechten Erfahrung beim Umbau des Erdgeschosses im Rathaus im vergangenen Jahr: Dort stiegen die Kosten von 1,4 auf 1,7 Millionen Franken.

Obwohl der Gemeinderat für die Tägi-Sanierung mit einem externen Experten eine strenge Kosten- und Projektkontrolle sicherstellen werde, stellte die SVP-Fraktion den Antrag, dass die Finanzkommission im Sinne der Transparenz vom Gemeinderat regelmässig über die Kostenentwicklung beim Tägi informiert wird. Der Rat stimmte mit 34 Ja- zu 13 Nein-Stimmen zu.

Weisser Schimmel abgeblitzt

Dagegen wurde der Antrag, beim Beschlusstext das Wort «Kostendach» einzufügen, wie die Allianz Orun Palit (GLP), Daniel Notter (SVP, Fiko) und Philipp Bürgler (FDP, Fiko) beantragte, bei je 22 Ja- beziehungsweise Nein-Stimmen per Stichentscheid durch Einwohnerratspräsident Paul Koller (CVP) abgelehnt: «Der beantragte Kredit stellt bereits ein Kostendach dar», sagte Koller. «Wir hätten also einen weissen Schimmel, was keinen Sinn macht.»

Bei allen Zweifeln, welche die Einwohnerräte bezüglich Kosten und steigenden Schulden hatten, betonten sie in ihren Voten, dass das vorliegende Projekt überzeuge und dem entspreche, was Volk und Einwohnerrat 2014 verlangt hatten, als sie dem Projektierungskredit für die Ausarbeitung der Tägi-Sanierung zustimmten. Klar sei auch, dass man unmöglich alle Wünsche erfüllen könne. Mit dem vorliegenden Projekt könne sich Wettingen als Sportstätte behaupten. Ob das Volk dies auch so sieht, zeigt sich am 27. November, wenn es über die Vorlage zu befinden hat. Bei einem Ja sollen die Bauarbeiten im Mai 2018 beginnen.

Weitere Beschlüsse

Die anderen Geschäfte gaben im Gegensatz zum Tägi nicht viel zu reden: So bewilligte der Einwohnerrat die Aufnahme Bergdietikons einstimmig in die Zivilschutzorganisation sowie in den Regionalen Bevölkerungsschutz Wettingen-Limmattal. Dem müssen nun auch die übrigen Vertragsgemeinden – Neuenhof, Killwangen, Spreitenbach, Würenlos und Bergdietikon – an ihren Gemeindeversammlungen zustimmen.

Keine Diskussionen gab es auch beim Kommunalen Gesamtplan Verkehr: Der KGV, der die verkehrsplanerischen Absichten Wettingens in den nächsten 15 bis 20 Jahren zeigt, wurde zur Kenntnis genommen. Der Vorstoss von Michael Merkli (BDP), der den teilweisen Verkauf von Wettinger Kunstwerken forderte, lehnte der Gemeinderat hingegen ab. Die Begründung: Man wolle zuerst eine Expertise machen lassen. Mit diesem Versprechen zog Merkli seinen Vorstoss zurück.

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