Der Hallensport wird in der Stadt Baden weiterhin sein Mauerblümchen-Dasein fristen: Mit 28 Nein- gegen 15 Ja-Stimmen kippte der Einwohnerrat die vom Stadtrat beantragte Dreifachhalle aus dem Sekundarstufenzentrum Burghalde. Den Projektierungskredit für das Gesamtprojekt, der mit einer Doppelturnhalle nun knapp unter 7 Millionen Franken liegt, hiess der Rat dann mit 40 Ja gegen 3 Nein gut.

Bereits Peter Conrad (CVP) schickte als Präsident der Finanzkommission voraus, dass es der Vorlage an Argumenten pro Dreifachhalle ermangeln würde. Die Dreifachhalle war offensichtlich der grosse Streitpunkt in allen Fraktionen. Einzig die Grünen konnten sich laut Stefan Häusermann klar dafür aussprechen. Während die Gegner in erster Linie mit den Kosten argumentierten, wiesen die Befürworter auf das Sportkonzept der Stadt und die Möglichkeit hin, auch im Ostaargau eine Sportschule ansiedeln zu können.

Lieber sechs Millionen sparen

Die Kosten des gesamten Sekundarstufenzentrums werden auf rund 113 Mio. Franken geschätzt. Mit dem Verzicht auf eine Dreifachhalle spart die Stadt inklusive Projektierungskredit nun knappe 6 Mio. Franken. Dies bedeutete einer klaren Ratsmehrheit mehr als die Sportbedürfnisse der städtischen Vereine. Ausserdem wurde in der Diskussion darauf verwiesen, dass eine Doppelturnhalle für die schulischen Bedürfnisse ausreichend sei.

Vizeammann Markus Schneider wies auf das ausgewiesene Bedürfnis einer Dreifachturnhalle bei den Sportvereinen hin. Die bestehenden Turnhallen im Winter seien nämlich zwischen 18 und 22 Uhr zu 96 Prozent ausgelastet (im Sommer 90). Und die Nachfrage würde stetig steigen. Eine weitere Dreifachhalle neben der Kanti-Halle und der Sporthalle Aue wird ausserdem von den Sportvereinen gewünscht, denn bei einigen Hallensportarten wie unter anderem Handball und Unihockey könne kein wettkampfnahes Training durchgeführt werden. Ebenso hat sich die Sportkommission für eine Dreifachhalle ausgesprochen.

Wie schon bei der Berufsschule

Vor etwas mehr als zehn Jahren verpasste die Stadt schon beim Berufsbildungszentrum den Bau einer Dreifachhalle und baute stattdessen zwei Doppelturnhallen. Dies erwies sich dann als ein Fehler. Dass sich die Geschichte nun beim Burghaldenzentrum wiederholen soll, dürfte für die Hallensportler besonders enttäuschend sein. Auch der städtische Sportkoordinator Andres Greter zeigte sich aufgrund des Einwohnerratsentscheides ernüchtert.