Das Sport- und Erholungszentrum Tägerhard in Wettingen soll künftig von einer gemeindeeigenen Aktiengesellschaft geführt werden. Das hat der Einwohnerrat an seiner Sitzung entschieden. Vorangegangen war eine angeregte Diskussion über Vor- und Nachteile einer neuen Betreibergesellschaft.

«Das ‹Tägi› trägt zur Standortqualität bei», sagte Alain Burger (SP) und Mitglied der Finanzkommission (Fiko). Das neue Betriebsmodell gebe die nötigen Strukturen, damit das «Tägi» längerfristig seine Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten und stärken könne. Bisher ist das «Tägî» als unselbstständiges Unternehmen in der Gemeindeverwaltung organisiert. Mit einer Aktiengesellschaft würde die Führung hingegen professionalisiert und der Betrieb könne besser auf Wünsche und Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet werden. Auf der anderen Seite, sagte Burger, koste ein Verwaltungsrat Geld. Zudem müssten Benutzer und Vereine, welche die Anlage künftig besuchen, aufgrund der Investitionen für die «Tägi»-Sanierung mehr bezahlen.

Sandro Sozzi (CVP) griff letzteren Punkt auf und sagte, man sei überzeugt, dass eine AG der richtige Weg ist. «Wichtig ist aber, dass das lokale Gewerbe, die Schule und die Vereine nicht zu kurz kommen.» Ähnlicher Meinung waren Christian Pauli (FDP) und Thomas Wolf (SVP). «Eine AG ist der richtige Ansatz», sagte Wolf. Doch würden hinter dem «Tägi» immer noch Menschen stecken. Vereine seien heutzutage schon genug gefordert. Man verlange deshalb, dass die Preise so angelegt werden, dass diese von den Klubs auch bezahlt werden können.

Eine AG sei nicht nötig

«Vereine und Menschen, die im ‹Tägi› verkehren, sind uns wichtig», sagte Gemeindeammann Roland Kuster (CVP). Es sei aber zu berücksichtigen, dass Klubs eine Exklusivnutzung hätten. Dadurch stünde den anderen Nutzern weniger Fläche zur Verfügung. Wie viel die Vereine letztendlich mehr bezahlen müssen, stehe noch nicht fest. Klar ist aber: Die Gemeinde fordert vom Verwaltungsrat, der die Preise künftig verantwortet, Vergünstigungen für ortsansässige Vereine, die Wettinger Bevölkerung sowie für schulpflichtige Kinder und Schulklassen aus der Gemeinde.

SP/WettiGrüen stellte sich als einzige Fraktion gegen eine gemeindeeigene AG. «Wir sehen dazu keinen Anlass», sagte Christian Oberholzer. Zwar müsse man auf veränderte Kundenbedürfnisse eingehen. «Doch ein kundenorientiertes Verhalten ist nicht von einer AG abhängig, sondern von den Mitarbeitern.» Die Argumente vermochten den Einwohnerrat nicht zu überzeugen: Er sprach sich mit 32 Ja und 12 Nein für eine Umwandlung aus. Die Sport- und Erholungszentrum Tägerhard SET AG wird ab 1. Januar 2018 aktiv – vorausgesetzt das Volk stimmt am 24. September der Einführung zu.