Baden

Einwohnerrat versenkt die Idee einer Flussbadi – knappe Mehrheit bei Abstimmung

Mangels Einstiegsmöglichkeiten bleibt Limmatschwimmern oft nur der Sprung von der Brücke.

Mangels Einstiegsmöglichkeiten bleibt Limmatschwimmern oft nur der Sprung von der Brücke.

Nach dem Badener Stadtrat sieht auch der Einwohnerrat keinen Bedarf für einfachere Limmat-Einstiege und lehnt einen Vorstoss ab. Stefan Jaecklin (FDP) brachte einen neuen Vorschlag.

Nach dem Badener Stadtrat lässt auch der Einwohnerrat die Idee einer Limmatbadi platzen. Das Parlament hat die Antwort der Regierung mit negativem Bescheid auf den Vorstoss von Alex Berger (SP) und Iva Marelli (Team) abgeschrieben, mit 23 Ja-Stimmen zu 19 Nein-Stimmen.

Das bedeutet übersetzt: Die Mehrheit des Einwohnerrats teilt die Ansicht des Stadtrats, wonach «weitere Massnahmen nicht erforderlich sind, weil auf beiden Seiten der Limmat bereits mehrere Möglichkeiten vorhanden sind, um in den Fluss einzusteigen und ihn wieder zu verlassen».

Alex Berger rief das Parlament dazu auf, das Postulat nicht abzuschreiben. Demnach hätte der Stadtrat vereinfachte Ein- und Ausstiege in die Limmat erneut prüfen müssen. Er sagte:

Es seien fast drei Jahre verstrichen, seit der Stadtrat das Postulat erhalten habe – die dreiseitige Antwort auf die Anfrage sei nun uninspiriert und unkreativ, kritisierte er.

Und Berger wies auf die Petition mit derselben Forderung hin, die bereits von 2500 Personen unterzeichnet wurde, über 1000 von ihnen lebten in Baden. Diese hohe Zahl sei ein Zeichen dafür, dass der Stadtrat noch einmal über die Bücher müsse. «Auch, damit Baden mit anderen Städten mithalten kann, in denen Flussbaden möglich ist.»

Unterstützung erhielt er von Fabian Hummel (GLP): «Das Bedürfnis der Bevölkerung, den Fluss stärker erleben zu können, ist da. Die Antworten des Stadtrats schiessen am Ziel vorbei.»

«Als ob man in der Limmat nicht baden könnte»

Anderer Meinung war Sarah Wiederkehr (CVP): «Man könnte ja fast meinen, es wäre nicht möglich, in der Limmat zu baden. Aber Dutzende, Hunderte, Tausende schwammen diesen Sommer die Limmat hinunter.»

Und viele von ihnen hätten genau jenes Treppchen benutzt, «das ihr nun ausbauen möchtet», sagte sie zu ihren Vorrednern. «Die CVP nutzte die Gelegenheit, hat gejätet und das Treppchen frei gemacht. Es wird genutzt von jenen, die geübt sind, in der Limmat zu schwimmen.» Es bestehe kein Handlungsbedarf, hielt Wiederkehr im Namen der CVP fest.

Stadtammann Markus Schneider (CVP):

Doch Schwimmen in der Limmat erfolge auf eigene Verantwortung, und die Stadt wolle nicht die Verantwortung übernehmen für den Einstieg.

Auch Stadtratskandidat Stefan Jaecklin meldete sich zu Wort: «Wir haben Verständnis für die Haltung des Stadtrats», sagte er im Namen der FDP. «Sobald es Einstiege gebe, kämen möglicherweise Haftungsfragen auf die Stadt zu.»

Er sprach aber von einem «konstruktiven Vorschlag» in Form einer neuen Anfrage an den Stadtrat: «Wenn wir Ausbuchtungen an der Limmat machen würden mit grossen Steinen, würde dies einerseits Lebensraum schaffen und andererseits Möglichkeiten für einen Einstieg in den Fluss.»

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