Kommentar
Einwohnerratswahlen Obersiggenthal: Kandidaten sollen Farbe bekennen

Pirmin Kramer
Pirmin Kramer
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Einwohnerrat in Obersiggenthal (Juni 2016)

Einwohnerrat in Obersiggenthal (Juni 2016)

Badener Tagblatt

Der Gemeindeammann-Wahlkampf in Obersiggenthal ist ein Chaos – daran hat sich auch nach dem 1. Wahlgang nichts geändert.

Wie viel der Gemeindeammann in den nächsten vier Jahren verdienen, wie gross sein Pensum sein wird: Das ist beides unklar, weil die Verwaltungsreform noch nicht abgeschlossen ist.

Wie die Kandidaten im 2. Wahlgang heissen werden: Auch das ist unklar. Franz Mesey (parteilos), der den Job unbedingt machen wollte, darf nicht mehr antreten, weil er die Wahl in den Gemeinderat verpasst hat.

Dieter Martin (FDP), der amtierende Ammann, dürfte zwar noch einmal antreten – aber er weiss nicht, ob er noch will. Der Frust sitzt tief, nachdem er die sofortige Wiederwahl im 1. Wahlgang verpasst hat. Dass er das absolute Mehr nicht geschafft hat, liegt zweifellos auch an seiner Erklärung vor der Wahl, er werde spätestens zur Legislaturmitte vorzeitig zurücktreten und in Pension gehen. Das tönt nicht danach, als wäre das Amt für ihn eine echte Herzensangelegenheit.

Fünf Politiker kommen für das Amt noch infrage – die fünf, die gestern in den Gemeinderat gewählt wurden. Es ist nun höchste Zeit, dass die Kandidaten Farbe bekennen. Die Stimmbürger müssen so schnell wie möglich wissen, wer im zweiten Wahlgang antritt und die Gemeinde in den finanziell schwierigen Zeiten wieder auf Vordermann bringen will.