Baden
Eisenmänner im Ziel: Zwei Badener haben einen der härtesten Triathlons der Welt gemeistert

Roberto Di Gregorio und Ciril Jenzer gehören zu den Finishern des «Swissman» – einer der härtesten Langdistanztriathlons der Welt.

Carla Stampfli
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Startklar: Roberto Di Gregorio (l.) nach einer Verpflegungspause auf dem Gotthard. Ciril Jenzer (r.) auf der historischen Passstrasse Tremola Richtung Gotthard.

Startklar: Roberto Di Gregorio (l.) nach einer Verpflegungspause auf dem Gotthard. Ciril Jenzer (r.) auf der historischen Passstrasse Tremola Richtung Gotthard.

Zur Verfügung gestellt

213 Athletinnen und Athleten aus aller Welt haben es am Samstag geschafft, die Ziellinie des 226 Kilometer langen «Swissman Xtreme Triathlon» zu überqueren. Der Langdistanztriathlon, einer der härtesten der Welt, führte über 5500 Höhenmeter von der Isola di Brissago im Lago Maggiore (Schwimmen) über die Pässe Gotthard, Furka und Grimsel (Rennrad) auf die Kleine Scheidegg (Berglauf). Unter den Finishern waren auch die beiden Mitglieder des Triathlon Clubs Baden Roberto Di Gregorio (49) und Ciril Jenzer (28) (SaW vom 9.6.).

«Ich habe mein Ziel, bei Tageslicht ins Ziel zu laufen, knapp verfehlt», sagt Roberto Di Gregorio, der das Rennen nach 17 Stunden und 5 Minuten kurz nach 22 Uhr beenden konnte. «Trotzdem bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden», sagt der Freienwiler, der den «Swissman» zum dritten Mal absolviert hat. Beim Anstieg am Fusse des Furkas kämpfte er gegen Darmkoliken, die ihn fast gezwungen hätten, das Rennen aufzugeben. «Ich hätte nicht geglaubt, dass ich es noch schaffen würde.» Doch nach einer Erholungspause haben die Schmerzen nachgelassen.

«Obwohl mich die Krämpfe rund eineinhalb Stunden gekostet haben, bin ich glücklich mit meiner Leistung», sagt der zweifache Familienvater, der bei den ersten beiden Teilnahmen das Ziel zwischen 21 und 22 Uhr erreicht hatte. Bis Mitte Woche wird er sich Ruhe gönnen. Danach nimmt Di Gregorio, der als Informatiker bei einem Elektrotechnikunternehmen arbeitet, das Training wieder auf. Sein Ziel: «Beim ‹Swissman› 2019 möchte ich gegen 20 Uhr auf der Kleinen Scheidegg eintreffen, wenn es noch hell ist.»

«Bin motiviert, wieder zu starten»

Im Gegensatz zu Di Gregorio war die Teilnahme für Ciril Jenzer eine Premiere. Nach 16 Stunden und 50 Minuten erreichte er kurz vor 22 Uhr das Ziel. «Insgesamt bin ich sehr zufrieden», sagt der aus Dänikon im Kanton Zürich stammende Jenzer. Beim Schwimmen und Laufen habe er sich gut gefühlt, einzig beim Radfahren habe ihn die Höhenluft zu schaffen gemacht. «Ich dachte ein paarmal ans Aufgeben. Doch dann habe ich mir immer wieder eingeredet, dass sich die Anstrengung legen würde.» Und das trat letztlich auch ein. «Das Gefühl, das Ziel erreicht zu haben, war unglaublich», sagt Jenzer, der für den Unterhalt von Spezialfahrzeugen beim Flughafen Zürich zuständig ist und Schicht arbeitet. Auch Jenzer wird sich nun paar Tage Ruhe gönnen, ehe er das Training wieder aufnimmt. Liebäugelt er mit einer zweiten Teilnahme? «Ja, ich bin motiviert, im nächsten Jahr wieder zu starten», sagt Jenzer mit einem Schmunzeln.

Gewonnen wurde der «Swissman» übrigens von Michał Rajca aus Polen. Für die ganze Strecke benötigte er 11 Stunden und 23 Minuten. Als erste Frau lief Flora Colledge aus England ins Ziel. Sie beendete das Rennen nach 13 Stunden und 28 Minuten.