Seit die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen, kam es auf der neuen Velo- und Fussgängerverbindung über die SBB-Brücke zu mehreren Stürzen, weil der Weg zu einer regelrechten Eisbahn wurde. «Die Situation ist prekär», sagt Leser Leonardo Curcuruto, der sich beim «Badener Tagblatt» gemeldet hat. Er nutzt die Verbindung täglich als Arbeitsweg und berichtet von einer Schülerin, die gestürzt ist. «Sie hat sich dabei am Kinn verletzt.» Auch auf der Website «Wettiger Nochrichte» wurde bis gestern davor gewarnt, den Weg zu benutzen. Mehrere Radfahrer seien in den vergangenen Tagen gestürzt, schreibt das Onlineportal.

Warnung: Winterdienst ist reduziert

Zwar warnt beidseits der Brücke ein Schild, dass auf der gesamten Verbindung reduziert Winterdienst geleistet wird. Doch nun haben die Wettinger Werkhofmitarbeiter reagiert und Sand auf die Brücke gestreut. Trotzdem: Leonardo Curcuruto fragt sich, warum die Gemeinde erst jetzt reagiert.

Vorweg: Baden und Wettingen wechseln sich jährlich in der Bewirtschaftung der Rad- und Fussgängerverbindung über die SBB-Brücke ab. 2017 ist Wettingen dran. Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer erklärt: «Als kurz nach Silvester die heftigen Schneefälle einsetzten, haben unsere Werkhofmitarbeiter den Steg geräumt, aber nicht gesalzen.» Das Salz würde den Stahl zum Rosten bringen und die Brücke beschädigen. Deshalb ist gemäss Vertrag mit den SBB Salzen verboten. Durch Windverfrachtungen gelangte immer wieder Schnee auf den Steg, der mit der Zeit festgetreten wurde; durch die Minustemperaturen gefror und zur Eisglätte führte.

«Unser Winterdienst kontrolliert den Steg täglich und kam bisher zum Schluss, dass der Steg mit gutem Schuhwerk passierbar ist. Doch die Situation hat sich in den letzten Tagen zugespitzt.» Deshalb habe man am Mittwoch Sand gestreut, um die Gefahr zu entschärfen. «Leider hatte sich niemand bei der Gemeinde gemeldet, sonst hätten wir früher reagieren können», sagt Blickenstorfer. Velofahrer und Fussgänger könnten sich jederzeit beim Werkhof melden, wenn der Steg wegen Eisglätte zu gefährlich werde, sagt er.

Alternative über die Hochbrücke

Was den Ländliweg auf Badener Seite betrifft, so erklärt Werkhofleiter Thomas Stirnemann, dass der Weg nur weissgeräumt wird, weil Salz die geschützten Platanen schädigen würde. Wenn, dann würde man Kieselsplit streuen, was aber ökologisch nicht sinnvoll sei. «Wenn es tagsüber taut und nachts gefriert, müssen wir am nächsten Tag wieder streuen.» Sobald die Temperaturen wärmer werden, müssten die Werkhofmitarbeiter den Split wegräumen und in einer Waschanlage säubern lassen, damit man ihn wieder nutzen könne, erklärt Stirnemann.

«Wir haben andere Routen definiert, die für Radfahrer schwarzgeräumt werden», sagt Stirnemann. «Bei Wetterverhältnissen, wie wir sie in den letzten Wochen hatten, sollten Velofahrer zwischen Baden und dem Bahnhof Wettingen die Hochbrücke und die Seminarstrasse nutzen.» Zudem appelliert er an die Eigenverantwortung der Radfahrer: «Bei dieser Witterung sollte man wenn möglich auf den öffentlichen Verkehr umsatteln, das wäre sicherer.» Abgesehen von wenigen Wochen oder Tagen, könne die Veloverbindung das ganze Jahr problemlos genutzt werden.