Obersiggenthal

Eismeister Fink investierte viele Stunden für die perfekte Hockey-Unterlage

Auf dem Eisfeld bei der Schule Bachmatt drehen die Kinder stundenlang ihre Runden und spielen Eishockey.

Bleiben die Primarschüler des Schulhauses Bachmatt in Obersiggenthal auch nach Schulschluss freiwillig stundenlang in der Schule, gibt es dafür eigentlich nur eine Erklärung: Das Natureisfeld auf dem Pausenplatz ist geöffnet.

Der Ansturm auf die Attraktion ist gross. Vor allem am freien Mittwochnachmittag herrscht, dank eisiger Kälte, emsiges Treiben auf dem Eis. Dick eingepackt drehen die Kleinen – auch wenn noch etwas wacklig auf den Schlittschuhen – ihre Runden auf dem Eis.

«Znacht und Zmittag gibts auf dem Platz, die gehen nicht nachhause»: Werner Fink über das Glück auf dem Eisfeld.

«Znacht und Zmittag gibts auf dem Platz, die gehen nicht nachhause»: Werner Fink über das Glück auf dem Eisfeld.

Hinter den Banden verfolgen die Eltern die Fortschritte ihrer Sprösslinge. Die Jugendlichen liefern sich derweil ein packendes Eishockeymatch auf der anderen Seite des Feldes. Zu verdanken ist der ganze Spass Eismeister Werner Fink.

«Die 1000 Quadratmeter grosse Eisfläche sorgt dafür, dass sich jeder richtig austoben kann», sagt der 69-Jährige. Seit Dezember verfolgte Fink täglich die Langzeitprognosen der Wetterberichte.

«Nur wenn es über mehrere Tage hinweg unter null Grad bleibt, lässt sich eine Eisschicht bilden», sagt Fink. Mitte Januar waren die Bedingungen dann optimal.

Strahlende Kinderaugen

Ehe man vor wenigen Wochen aufs Eis konnte, investierte der pensionierte Mechaniker zusammen mit seinem Kollegen Christoph Spinnler viele Stunden, um eine geeignete Eisschicht zu bilden.

Unterstützt wird er ausserdem von der Gemeinde. Sie stellt das Wasser, die Scheinwerfer und die Banden, die das Eisfeld einrahmen, zur Verfügung. «Ohne diese Unterstützung hätte es nicht geklappt, das Eisfeld herzustellen», sagt der Eismeister.

Für die Kinder nehme er den Aufwand gerne auf sich. «Die strahlenden Kinderaugen, sind für mich schon Grund genug.» Die Kinder sind unermüdlich und oft stundenlang auf dem Eis», sagt er.

Das Gleiche gilt auch für Fink selber. Rund drei Stunden täglich sieht er nach dem Rechten, präpariert das Feld, zeigt den Kleinen Tricks zum Angeben und hilft auch gerne mal bei einer Partie Eishockey aus.

Das Angebot ist kostenlos. Nur die Schlittschuhe muss jeder selber von zu Hause mitnehmen. «Oft nehmen die Kinder neben diesen auch gleich das Zmittag oder das Znacht mit zum Eisfeld, um länger bleiben zu können,» sagt Fink.

Auch selber hatte er immer eine Leidenschaft fürs Schlittschuhfahren. «Schon in meinen Kindertagen stand im Winter das Eisfeld. Es gefiel ihm so sehr, dass er nach der Lehre selber zum Eismeister wurde.

Dieses Hobby übt er nun seit rund 50 Jahren aus. «Solange es die Gesundheit zulässt, möchte ich weitermachen, um den Kindern von heute das zu ermöglichen, was ich in meiner Kindheit erleben durfte», so Fink.

Wer noch vorbeikommen wolle, müsse sich aber beeilen. Er rechnet damit, dass das Eisfeld nur noch dieses Wochenende zur Verfügung stehen wird. Der Grund dafür ist die steigende Temperatur in den kommenden Tagen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1