Baden-Balladen
Elba

Simon Libsig über eine Familienreise mit leichtem Gepäck.

Simon Libsig
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Mal ehrlich, was braucht es denn? Zahnbürste und Badehose. Fertig. Vielleicht noch die Kreditkarte. Aber mehr braucht es doch nicht! Was braucht es denn noch mehr auf diesem Elba?! Adiletten. O. k. Dass man nicht barfuss in diese Campingtoiletten reinmuss. Aber sonst. Nichts!

Simon Libsig, Autor und Poet aus Baden

Der Spoken-Word-Poet (40) schreibt nach «Leichtes Kribbeln» zurzeit an seinem zweiten Roman. Seine Kolumne erscheint immer am ersten Donnerstag im Monat.

Klar macht es Sinn, einen kleinen Vorrat an Gewürzen dabei zu haben, Aromat, Salz, Pfeffer, Paprika, Bouillon, Mayonnaise, Maggi, ist ja auch günstiger. Rösti im Dreierpack, Farmer, Blevita, ein paar Konserven, Mais, Erbsli und Rüebli und Kaffee, klar. Das ist praktisch. Aber Entschuldigung, mehr braucht es doch nicht!

Vielleicht noch Spülmittel, Schwamm, Bürsteli und Geschirrtücher. Muss man vor Ort nicht alles neu kaufen. Aber sonst? Nichts! Und den Kinderwagen, den Tripp Trapp und das Trottinett kann man grösstenteils zerlegen, das nimmt ja keinen Platz weg. Entschuldigung. Die paar Windeln. Lachhaft. Und die Spielsachen. Äxgüsi. Eine Handvoll Dinosaurier, Bagger, Kranen, Lastwagen und Betonmischer. That’s it! Das ist doch nicht der Rede wert.
Sändelisachen, aufblasbare Giganto-Schildkröte, Sonnenschirm, Strandmatte, ich bitte dich! Und mehr braucht es doch nicht! Und die Kleider werden selbstverständlich gerollt und nicht gefaltet, dann passen auch noch der Faserpelz und die Trekkingklamotten rein, zur Sicherheit. Aber mehr brauchst du doch nicht auf diesem Elba!

In den vergangenen Jahren fuhren wir jeweils einen oder zwei Tage später in die Ferien ab als geplant. Nichts half. Erst kaufte ich eine Dachbox, einen dieser Gepäcksärge, und einen Fahrradträger fürs Heck hinzu. Dann ein grösseres Auto. Dann einen VW-Bus. Jetzt bin ich 40 Jahre alt, und ich mache diesen Pack-Saich nicht mehr mit! Jetzt habe ich diese Firma engagiert. Gute Bude. Transporte aller Art. Ich schreibe nur noch die Kisten an. Küche. Kind. Kosmetik. Klamotten. Kugelibahn. Usw. Und dann zeige ich denen mit Google Maps, wo der ganze Karsumpel hinmuss. Marina di Campo. Elba.

Ja, und hier sind wir nun. Völlig entspannt. Auf drei Bungalows verteilt. Das Wetter ist mild. Die Sonne scheint. Und wir brauchen nicht mehr als die Badehose und das Zahnbürsteli.

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