Der Schalk blitzt in ihren Augen. Eine Frau, mit der man gemeinsam Pferde stehlen oder vielmehr ein Fest auf die Beine stellen kann. Eliane Zgraggen selber sieht sich auch als Weltenbürgerin, was ihre künstlerische Tätigkeit und ihre Stationen im Ausland zu unterstreichen vermögen.

Jedenfalls ist es kein Wunder, dass es die 36-Jährige geschafft hat, bestandene Komiteemitglieder für ihre Ideen zu begeistern. Aus Badener Sicht war es kein einfaches Unterfangen, denn mit dem verstorbenen Badener Marco Squarise hatte man lange Zeit einen Festgestalter in den Reihen, der vor Ideen jeweils sprühte.

Leute aus unterschiedlichen Genres

In diesem Punkt unterscheidet sich Zgraggen überhaupt nicht. Sie ist einzig rund 30 Jahre jünger, weiblich, und weiss, wie man Leute unterschiedlichen Genres erst zusammenbringt und dann für eine Idee gewinnt. Als Festgestalterin brachte sie beste Voraussetzungen mit. In ihren Wanderjahren in Berlin, London und Lyon sammelte sie viele Erfahrungen.

Ihre Stärke habe sie in Baden unmissverständlich umgesetzt, ist aus dem Komitee zu hören. Sie hat ihre Ideen eingebracht, daraus ein Konzept erstellt und dennoch den Mitwirkenden die notwendigen Freiräume gelassen.

«Geschichten schichten»

Sie habe ihre Vision erzählt, doch nicht das Komitee alleine sei für die Umsetzung verantwortlich, sondern zu einem wesentlichen Teil die Festbeizenbetreiber, also die Vereine und die Kulturschaffenden, betont Zgraggen. Mit ihrem Motto «Geschichten schichten» haben sich zwar einige Badener erst schwergetan.

Das Motto soll das Badenerische darstellen, das vom Schloss bis zur Limmat schichtweise hinuntergehe. Diese Schichten werden einerseits in ihrer Topografie betont, indem erstmals das Schlossgebiet zum Festareal geschlagen wird. Andererseits verbinden sich damit alte und neue Badener Geschichten, zu denen sich die aktuellen Geschichten dieses Festes gesellen sollen.

Der Theaterplatz als Juwel

Dass es dem Komitee geglückt sei, damit ein neues Festgebiet zu lancieren, bezeichnet Zgraggen als ein besonderes Highlight, war sie doch von der markanten Schlossruine besonders angetan. Ein weiteres Juwel werde der Theaterplatz sein, verrät Zgraggen.

Dort bestreiten verschiedenste Kulturschaffende aus der Region ein spektakuläres Programm, das in Zusammenarbeit mit Anita Rösch (ThiK) entstand. In den beiden «Theater-Kisten», wo Aufführungen unter dem geschützten Dach stattfinden können, und auf der Open-Air-Bühne wird ein sehr buntes Programm geboten. Zgraggen freut dies besonders, hätten doch zahlreiche Kulturmacherinnen und -macher aus Baden und Umgebung das Projekt erst möglich gemacht.

Genügend Fachleute vorhanden

Zgraggen ist zwar die Einzige, die für den Einsatz entlöhnt wird, denn die Komiteemitglieder arbeiten ehrenamtlich. «Seit einiger Zeit ist es allerdings ein Vollzeitjob», sagt Zgraggen, die bis Festbeginn an allen Ecken und Enden des Festgebiets gefragt ist. Zum Glück gebe es für die technischen Probleme genügend Fachleute, meint sie lachend.

«Ich bin nun ein bisschen aufgeregt», gesteht Eliane Zgraggen. Wenn man so lange auf ein grosses Fest hingearbeitet habe, dann komme der Punkt, an dem man nur hoffe, dass es bald losgehe. Sie ist überzeugt, dass es ein herrliches Fest geben wird. In den Vordergrund stellt dabei nicht ihre Arbeit, sondern die tollen Ideen und die grosse Arbeit, die in den Vereinen und Gruppierungen in Zusammenarbeit mit Gestaltungsteam und Komitee geleistet worden sei und noch werde. Was da alles an schier Unmöglichem realisiert werde, ja, das sei wohl schon ein Stück weit «Badener Geist», meint Eliane Zgraggen.