Würenlos

Eltern auf Pausenplatz: Ab sofort zieht Schule Eltern die Ohren lang

Kaum gibts auf dem Pausenplatz Rangeleien, stehen auch schon die Eltern auf der Matte.

Kaum gibts auf dem Pausenplatz Rangeleien, stehen auch schon die Eltern auf der Matte.

Streiten Kinder auf dem Pausenplatz, gehen auch die Eltern dazwischen – das will die Schule unterbinden. Die Schulpflege sagt nun klar: «Eltern haben sich während der Pausenzeit nicht auf dem Schulareal aufzuhalten.»

Kaum hat das neue Schuljahr begonnen, müssen sie zurechtgewiesen werden. Nein, nicht etwa die Kinder, sondern deren Eltern. In den aktuellen Nachrichten der Gemeinde Würenlos etwa hat die Schulpflege einen Aufruf veröffentlicht, wonach sich Mütter und Väter doch an zwei «selbstverständliche Regeln» halten sollen: Einerseits sollen Eltern während der Schulzeit dem Pausenplatz fernbleiben. Andererseits sollen die Kinder nicht mit dem Auto zur Schule gefahren werden.

Was hat die Schulpflege dazu veranlasst, diesen Appell an die Eltern zu richten? Ausschlaggebend sei eine Situation gewesen, die sich nach den Sommerferien auf dem Pausenplatz ereignet haben, sagt Martin Brogle, Mitglied der Schulpflege Würenlos. Weil sich Schüler untereinander gestritten hätten, sei eine Mutter dazwischen gegangen und hätte versucht, die Konflikte eigenständig zu lösen.

«So etwas geht nicht», sagt Brogle. Eltern haben sich während der Pausenzeit nicht auf dem Schulareal aufzuhalten. «Das bringt nur Unruhe.» Schulleiterin Claudia Stadelmann fügt an, dass die Kinder kompetent genug seien, um Streitigkeiten unter sich zu schlichten. Ausserdem werde das Lösen von Konflikten in der Schule geübt und gehöre zum Erwachsenwerden.

Wie auch ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit zeigen, scheinen das nicht alle Eltern anerkannt zu haben. «Eltern haben Mühe, ihre Kinder loszulassen», sagt die Schulleiterin. Aus Besorgnis hätten Mütter und Väter darum das Gefühl, auf den Pausenplatz gehen zu müssen und nach dem Rechten zu schauen. Aber einen Grund, warum sich Eltern dort aufhalten müssten, gebe es nicht: Die Kinder werden auf dem Pausenplatz von ausreichend Lehrpersonen beaufsichtigt.

Zudem, so Stadelmann, hätten alle Schüler die Möglichkeit, Rat zu suchen: Bei den Klassenlehrern, beim Sekretariat oder bei der Schulleitung. Weil die Aufsicht gewährleistet ist, gebe es nach den Vorfällen auch keinen Anlass dazu, mehr Lehrpersonal aufzubieten, sagt Brogle.

Autos bringen Kinder in Gefahr

Und was hat es mit der zweiten «selbstverständlichen Regel» auf sich? Dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, sei jedes Jahr ein Thema, sagt Martin Brogle. Die Schulleitung will darauf aufmerksam machen, dass es dabei zu brenzligen Situationen kommen kann. Dies, weil Eltern ihre Autos zum Teil auf das Trottoir stellen und so die zu Fuss gehenden Schüler behindern.

Im Gegensatz zu den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, gebe es auch Mütter und Väter, die jeweils eine kleinere Gruppe von Kindern in die Schule begleiten, sagt Claudia Stadelmann. «Das ist sehr sinnvoll», so die Schulleiterin. Zudem sei der Schulweg auch ein Erlebnis, das genauso zum Erwachsenwerden gehöre.

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